Category Archives: Austrian Economics

Austrian Economics

Macht uns der Computer zu Kommunisten?

Big Data lässt den linken Traum der Planwirtschaft wiederaufleben

Beitrag von Adrian Lobe
(erschienen am 24. August 2019 in
Neue Zürcher Zeitung)

Warum ist der real existierende Sozialismus gescheitert? Weil der Staat zu wenig Informationen hatte, um den Markt zu steuern, sagt der chinesische Unternehmer Jack Ma. Das sei heute anders. Mit Daten lasse sich jeder Markt beherrschen.

Selbst Schokoladenkekse kann man nur verkaufen, wenn die Leute sie essen wollen. Also muss es darum gehen, möglichst genau zu wissen, wo wie viele Leute Kekse mögen. (Bild: Jason Alden / Bloomberg)

In Venezuela zeigt sich derzeit die Hybris der Planwirtschaft: leergefegte Supermarktregale, lange Schlangen an den Tankstellen, eine Hyperinflation von über 130 000 Prozent. Lebensmittel, Hygieneartikel und selbst der Strom werden rationiert. Es fehlt an allem: Nahrungsmittel, Toilettenpapier, Antibiotika, Bettlaken. Coca-Cola hat 2016 seine Produktion gestoppt, weil es keinen Zucker mehr gab. Die Menschen haben aufgrund der Mangelernährung 2016 im Durchschnitt neun Kilo abgenommen. Das Malaise der venezolanischen Volkswirtschaft hat fast schon Lehrbuchcharakter.

Die Klassiker der liberalen Ökonomie – Friedrich August von Hayek zum Beispiel – brachten gegen die Planwirtschaft vor allem einen steuerungstheoretischen Einwand vor: Der Planer verfügt nie über bessere Echtzeitinformationen als der Markt. Der Staat weiss nicht, wie viele Fahrzeuge, Toaster und Türgriffe produziert werden müssen, damit der gegenwärtige Bedarf gedeckt ist.

Man müsste Millionen von Gleichungen lösen, um ein makroökonomisches Gleichgewicht zu erhalten. Eine zentrale Planungsbehörde könne nie das gesamte Wissen über die Gesellschaft aggregieren, geschweige denn die Nachfrage nach bestimmten Gütern berechnen. Doch durch die Fortschritte der Informationstechnologie könnte dieses Wissensproblem gelöst werden …

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Macht uns der Computer zu Kommunisten?

Anthony de Jasay verstorben

Der klassische Liberalismus hat einen grossen Denker verloren. Anthony de Jasay ist gestern nach schwerer Krankheit im Alter von 94 Jahren in der Normandie verstorben.

Zum Tod von Anthony de Jasay (1925-2019)

Ein Nachruf von Kurt R. Leube (ECAEF, Vaduz)

“A first step to an adequate understanding of the state is to think about an environment without one.”  Anthony de Jasay

1925 bei Aba, einer kleineren Siedlung in der Nähe von Szekesfehervar in den ungarischen Landadel geboren, studierte Anthony de Jasay Landwirtschaftsökonomie an der Universität Budapest. Unmittelbar nach der kommunistischen Machtübernahme in Ungarn floh er 1948 zunächst ins österreichische Burgenland und schlug sich dann in den grauen Nachkriegsjahren, meist in und um Salzburg zwei Jahre lang mit Gelegenheitsarbeiten mehr schlecht als recht durch. 1950 gelang ihm schliesslich die Auswanderung in den Westen Australiens nach Perth, wo er an der dortigen Universität (University of Western Australia) das Studium der Wirtschaftswissenschaften beginnen konnte. Der Gewinn eines Hackett-Studentenstipendiums ermöglichte es ihm 1955, seine Studien an der Oxford University fortzusetzen.

Anthony de Jasay 1925 2019
Anthony de Jasay 1925 – 2019

Der Klarheit seines Denkens und seines Ausdrucks war es zu verdanken, dass er am dortigen Nuffield College schon bald zum Research Fellow gewählt und ihm eine Forschungsposition für die nächsten 7 Jahre garantiert wurde. Während dieser Zeit entstanden eine ganze Reihe theoretischer Arbeiten, die in den wichtigen akademischen Zeitschriften der Disziplin erschienen. Von der eher konservativen Atmosphäre Oxfords unbefriedigt, entschloss sich de Jasay die Universitätslaufbahn aufzugeben und begann 1972 in Paris zunächst als unselbstständiger Investmentbanker im Bankwesen zu arbeiten. Schon nach kurzer Zeit gelang es ihm sich selbstständig zu machen und war in eigener Verantwortung bald so erfolgreich, dass er sich ab 1979 in die Abgeschiedenheit der Normandie zurückziehen konnte. Dort lebte er seit 40 Jahren als “Privatgelehrter” mit seiner Frau Isabelle und widmete sich, trotz seines schweren Augenleidens, das in den letzten 10 Jahren zu seiner fast vollständigen Erblindung führte, fast ausschliesslich seiner Arbeit an den Problemen der Sozial- und der politischen Philosophie.

Auf Grundlage einer soliden Erkenntnistheorie ging es Anthony de Jasay dabei im Wesentlichen darum, den politischen und wirtschaftlichen Liberalismus neu zu formulieren. Für ihn ist das Individuum prinzipiell in seinem Handeln frei, solange es keine begründbaren Einwände gibt. De Jasays Sozialordnung beruht somit auf privatem Eigentum, auf freiwilligen Vertragsbeziehungen, der individuellen Verantwortung und auf der persönlichen Reputation, die sich aus dem gegenseitig begründeten Vertrauen ergibt. Mit scharfer Logik weist er damit die Denkfehler jener politisch zündenden Philosophien nach, die den Staat als allwissende und notwendige Instanz zur Durchsetzung eines vagen “öffentlichen Interesses”, einer undefinierten “sozialen Gerechtigkeit”, oder gar vermeintlich “gerechtfertigter Bedürfnisse” sehen.

Obwohl das fortschreitende Nachlasssen seiner Sehkraft sein Arbeitstempo stark beeinträchtigte, hat uns de Jasay neben ungezählten Essays rund ein Dutzend grosser, richtungsweisender Bücher hinterlassen. Viele seiner Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Zu seinen wichtigsten Büchern zählen u.a. “The State” (1985), “Choice, Contract, Consent” (1991), “Against Politics” (1997), “Justice and its Surroundings” (2002) oder “Political Economy, Precisely. Essays on Policy that Does not Work, and Market that Do” (2009).

Wenn auch vom internationalen akademischen Establishment meist schändlich zur Seite gedrängt, zählte Anthony de Jasay doch zu den innovativsten, interessantesten und konsequentesten Denkern der Gegenwart. Er gehörte zu jener kleinen Gruppe grosser Philosophen, die sich kaum je selbst zitierten oder ihre Einsichten in neuen Texten wiederholten. Die innere Konsistenz seiner Ideen, die zwingende Logik und ehrliche Wissenschaftlichkeit, aber auch die Klarheit seines Ausdrucks sind unerreicht. De Jasay’s elegante Haltung, sein liebenswertes Wesen, und sein feiner Humor sind Legion. Als Mensch kam er dem Ideal des ‘gentleman’ gewiss so nahe, als es Menschlichkeit erlaubt.

In der ECAEF-Buchreihe sind unter dem Titel “Liberale Vernunft, Soziale Verwirrung” ein grosser Teil seiner deutsch erschienenen Essays vereint. Diese Sammlung wurde ihm 2008 in Freundschaft und Dankbarkeit gewidmet.

Free Market Environmentalism

A video clip summarizing Terry L. Anderson’s* new book with the same title

Most environmental problems result from the tragedy of the commons. The typical response to environmental issues is to turn to government regulation. In contrast, free market environmentalism embraces the lessons of markets by defining and enforcing property rights to prevent over-consumption or other negative outcomes. Through free market environmentalism, the government and markets can work together to create effective solutions for sustainability …

Terry L. Anderson
on Free Market Environmentalism

For more information, visit PolicyEd.org here ->
https://www.policyed.org/


*Terry L. Anderson is a Senior Fellow at Stanford University’s Hoover Institution and a Fellow of the Liechtenstein Academy (LI). We gratefully appreciate his permission to post it here.

Kapitalismus, die große Verbesserung

Henrique Schneider: Kapitalismus, die große Verbesserung. Bildquelle: Shutterstock
Henrique Schneider: Kapitalismus, die große Verbesserung.  Bildquelle: Shutterstock

von Henrique Schneider*

Der Kapitalismus ist umstritten. Nicht nur Linke lehnen ihn ab. Auch unter Liberalen stößt der Begriff nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Dabei ist seine Bilanz gar nicht so schlecht.

Joseph Schumpeter würdigte in seinem im Jahr 1942 erschienenen Buch “Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie” zwar die Leistungen des Kapitalismus. Doch er sah inhärente Selbstzerstörungskräfte am Werk: Großunternehmen, schöpferische Zerstörung und die Kumpanei mit der Politik würden in den Sozialismus führen. Sein Verdikt mutet fast schon fatalistisch an: Der Sozialismus ist das “natürliche Erbe” des Kapitalismus …

Lesen die den gesamten Beitrag hier ->
“eigentümlich frei” – 4. Januar 2019


*Henrique Schneider ist Volkswirt, Ressortleiter im Schweizerischen Gewerbeverband und in der Erwachsenenbildung tätig.

Alvin Rabushka: Economic Freedom

ECAEF Alvin Rabushka: Economic Freedom
ECAEF Alvin Rabushka: Economic Freedom

In his blog “Thoughtful Ideas” (Commentary on Current Political, Economic, and Social Developments in the United States and Around the World) author Alvin Rabushka recently published his thoughts on Economic Freedom …

Alvin Rabushka*

Economic Freedom, Part 1

In October 1986, with support from the Liberty Fund in Indianapolis, Indiana, the Fraser Institute convened the first of four conferences in Napa Valley, California. The Fraser Institute published the proceedings in 1988, Economic Freedom, Democracy and Welfare. Edited by Michael A. Walker, Director of The Fraser Institute, and co-chaired with Milton and Rose Friedman, the conference was organized as a counterpart to do for economic freedom what Freedom House did for political freedom: to calculate the amount of economic freedom that exists in various nations of the world.

Its origins can be traced to a conversation in 1994 at the Mont Pelerin Meeting in Cambridge, England, between Michael Walker and Milton Friedman, whose book Capitalism and Freedom had been extant since 1962. However, there had been no serious attempt to explore the relationship between economic and political freedom in a scholarly way. That conversation led to the idea of broadening the analysis to also include civil freedoms, which can often be more important than political freedoms …

Read the all three parts of Alvin Rabushka’s blog on Economic Freedom ->

Blog “Thoughtful Ideas”: Economic Freedom, part 1
Economic Freedom, part 2
Economic Freedom, part 3


*Alvin Rabushka is an American political scientist. He is a David and Joan Traitel Senior Fellow at the Hoover Institution at Stanford University, and member of the Mont Pelerin Society. He is best known for his work on taxation and transition economies. Together with Robert Hall, he wrote a detailed Flat Tax plan known as the Hall–Rabushka flat tax.