Vernon Smith Preis | Pressemitteilung des Volksblatt.li
Vernon Smith Preis 2021 | Am vergangenen Montag hat Prinz Michael in seiner Funktion als Präsident des in Vaduz ansässigen Thinktanks ECAEF drei Studierende mit dem Vernon Smith Preis ausgezeichnet. Im Vorfeld dieser 14. Ausgabe des Essay-Wettbewerbs wurden laut Mitteilung des ECAEF 49 Essays eingereicht – mehrheitlich aus Europa, Südamerika und den USA. Das Thema lautete: «Die Anmassung von Wissen als Methodik des Regierens (The Pretense of Knowledge as a Method of Governance)».
Drei junge Studenten wurden von der Fachjury zu Gewinnern gekürt: Der 22-jährige David A. McMillan aus Grossbritannien (1. Preis, 4000 Euro), der 24-jährige Niels Behrmann aus Deutschland (2. Preis, 3000 Euro) und der 21-jährige Mateusz Michnik aus Polen (3. Preis, 2000 Euro). Sie hatten laut Mitteilung des ECAEF in ihren Essays überzeugend argumentiert, weshalb bei Entscheidungfindungen die menschliche Neigung, sich auf statistische Modelle und theoretische Vorhersagen zu stützen, eine positive gesellschaftliche Entwicklung gefährden kann.
«Politische Entscheidungsträger begegnen der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Komplexität unserer Zeit, indem sie sich auf statistische Methoden, vergangenheitsbezogene Daten und Computersimulationen stützen», schreibt die ECAEF. «Je mehr Erkenntnisse auf diese Weise generiert werden, so die Denkweise, desto vorhersehbarer wird die Zukunft und desto steuerbarer wird die Gegenwart.» Dieses Vorgehen hätte sich etwa in der Corona-Pandemie gezeigt. «Die Irrationalität des menschlichen Handelns und die notwendige Kenntnis aller Fakten – zwei zentrale Aspekte in diesem Zu- sammenhang – werden dabei zumeist zu wenig oder gar nicht berücksichtigt», so die ECAEF. Das gefährde eine positive gesellschaftliche Entwicklung, aus folgenden Gründen:
– Auch die beste Simulation das soziale und wirtschaftliche Verhalten der Menschen nie exakt erfassen und zentral getroffene politische Entscheidungen berücksichtigen keine lokalen Abweichungen.
– Allgemeingültige Regeln lassen sich nicht aus ökonomischen Daten ableiten, da sie nur die Vergangenheit menschlicher Werturteile abbilden.
– Eine Anmassung von Wissen führt zur Ablehnung von Andersdenkenden und kann mitunter die Popularität von totalitärem Denken begünstigen.
– In der Konklusion verführt eine Anmassung von Wissen zu politischen Entscheidungen, die weniger auf Fakten oder auf Notwendigkeiten beruhen, sondern mehr auf Ideologien oder Wunschdenken.
S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein hat die drei Preisträger feierlich ausgezeichnet und seinen Dank auch allen anderen Teilnehmenden ausgesprochen, die ihre Essays eingereicht haben. Der nächste Vernon Smith Prize wird im Sommer 2022 ausgeschrieben. Der ECAEF-Stiftungsrat würde sich laut Mitteilung freuen, wenn sich noch mehr Studierende aus der DACHLI-Region daran beteiligen.