Hardy Bouillon: Freiheit durch Sozialismus? – Interview und Vortrag

Karl-Peter Schwarz im Interview mit Wirtschaftsphilosoph und Unternehmensberater Hardy Bouillon. Aufgenommen im Zuge der 14. Gottfried-von-Haberler Konferenz 2018 in Vaduz (FL)*

 Zusammenfassung des Konferenz-Vortrags von Hardy Bouillon
“Freiheit durch Sozialismus? Der Mythos Karl Marx”

Wenn es um das Verhältnis von Freiheit und Sozialismus geht, dann ranken sich zwei Mythen um Karl Marx. Beide behaupten, dass die wahre Freiheit nur durch den Sozialismus respektive Kommunismus errungen werde. Der erste der beiden Mythen ist rasch entzaubert, weil Marx die Freiheit in einer Weise umdefiniert hat, die sie problemlos im Einklang mit dem Sozialismus stehen lässt.
Der zweite Mythos ist weitaus schwerer zu entlarven und gründet in der unkritischen Reflexion von Marxens These, die kapitalistische Produktionsweise sei ausbeuterisch und ein Verstoß gegen die kommutative Gerechtigkeit, weil sie eine Verletzung von Freiheit und Eigentum des Arbeiters impliziere. Die Entzauberung des zweiten Mythos wird aus mindestens zwei Gründen erschwert; zum einen durch das alltagssprachliche und atavistisch geprägte Verständnis von Ausbeutung und zum anderen durch eine besondere Form der Theorie sozialer Gerechtigkeit, die der kapitalistischen Produktionsweise einen Verstoß gegen die kommutative Gerechtigkeit unterstellt, der dem ähnelt, der von Marx vorgebracht wurde.

Video-Mitschnitt des gesamten Vortrags: 

English Summary | Regarding the relation of freedom and socialism, two myths surround Karl Marx. Both claim that real freedom can only be achieved via socialism or communism. The first myth can easily be dispelled because Marx redefined freedom in a way that is compatible with socialism.
The second myth is more difficult to explode and grounds in the uncritical adoption of the Marxian thesis that the capitalist mode of production is exploitative and, implying a lesion of freedom and property of the workers, a violation of commutative justice. Exposing this Marxian thesis as a myth is difficult for at least two reasons. One reason rests on the atavistic understanding of exploitation in our everyday language, another on a distinct variant of the theory of social justice claiming, in a way very akin to Marx, the capitalist mode of production to violate commutative justice.


*Hardy Bouillon held his talk at the 14th International Gottfried von Haberler Conference which took place on May 25, 2018 in Vaduz, at University of Liechtenstein. Conference Topic: “Karl Marx: Born 1818 and Still Going Strong?” – German: “Karl Marx: Mythos und Realität”. The event was organized and hosted by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation.”

Pedro Schwartz: The Communist Manifesto and the Lure of Scientific Socialism – Interview and Talk

Interview with Spanish politician and economist Pedro Schwartz*. Recorded at the 14th Gottfried-von-Haberler Conference 2018 in Vaduz (FL)

 Summary of Pedro Schwartz’ talk:
“The Communist Manifesto and the Lure of Scientific Socialism”

The Communist Manifesto (1848) was an explosive pamphlet written by Karl Marx with the help of Friedrich Engels, where he predicted the inevitable of downfall of capitalism and the coming dawn of communism. The seduction of this powerful piece of rhetoric lay in the combination of three elements: the assertion that its arguments were scientific, the tone of moral indignation, and the rousing call to arms for a social revolution. Of course, he failed in his prediction of the immiseration of the working classes, and the inevitable march of the free market towards all-embracing monopoly. But the mistakes with the crueller outcomes were another two: that capitalist growth was based on the primitive accumulation of value extracted from the working class; and that scientific and technical progress was not brought about by free competition but was an automatic result of material conditions. Here were implicit an excuse for oppression and a hatred of individual freedom.


*Pedro Schwartz held his talk at the 14th International Gottfried von Haberler Conference which took place on May 25, 2018 in Vaduz, at University of Liechtenstein. Conference topic: “Karl Marx: Born 1818 and Still Going Strong?” – German: “Karl Marx: Mythos und Realität”. The event was organized and hosted by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation.”

Philipp Batthyány: Liberalismus oder Sozialismus? – Vortrag und Interview

Karl-Peter Schwarz im Interview mit Sozial- und Wirtschaftsphilosoph Philipp Batthyány. Aufgenommen im Zuge der 14. Gottfried-von-Haberler Konferenz 2018 in Vaduz (FL)*


Zusammenfassung des Konferenz-Vortrags von Philipp Batthyány
“Liberalismus oder Sozialismus als Zukunftsfrage der Menschheit”

Die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Sozialismus ist eine Auseinandersetzung von Ideen, die wirkmächtig genug sind, um über den “Wohlstand von Nationen” oder den Niedergang ganzer Gesellschaften zu entscheiden. Ideen und moralische Einstellungen können, wie etwa Hayek in seinem Gesamtwerk unermüdlich betont, die “schöpferischen Kräfte der Zivilisation” beflügeln oder die “Zivilisation zerstören” (Hayek, 1960, 1976, 1988).
Außerhalb von Zivilisation aber ist die Menschheit in ihrer heute erreichten Bevölkerungsdichte und kulturellen Ausdifferenzierung nicht mehr überlebensfähig. Zivilisation – Arbeits- und Wissensteilung als deren wichtigste Kennzeichen – ist längst die bestimmende Ernährungs- und Lebensgrundlage der Menschheit geworden.

Die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Sozialismus ist mithin nicht eine historische, sondern eine systematische, und sie darin ist eine eminent zukunftsrelevante. Sie ist eine Auseinandersetzung zwischen These und Antithese, zu der es keine Synthese im dialektischen Sinne nach Hegel oder Marx gibt – “sozialistische Marktwirtschaft” (China), “demokratischer Sozialismus”, “Dritter Weg” usw. – sondern nur die Möglichkeit einer klaren Grundsatzentscheidung zwischen einem von beiden. Schon ein flüchtiger Blick auf die Ideen, die Liberalismus und Sozialismus gegenpolig prägen, bestätigt diese Unvereinbarkeit: im Menschenbild, im Geschichtsverständnis, im Gesellschaftsbild, im Rechts- und Staatsverständnis sowie hierauf gründend im Verständnis von Ökonomie und Welthandel. In allen diesen Aspekten herrschen im marxistischen Denken Determinismus und Begrenztheit durch Zwang und Gewalt von Menschen über Menschen vor, wo im evolutionären Verständnis des klassischen Liberalismus, namentlich der österreichischen Schule, abstrakte Prinzipien kultureller Evolution, Moral und Recht der Freiheit, bestimmende Anerkennung finden. In meinem Vortrag zeige ich die Unerlässlichkeit dieser Auseinandersetzung und die Argumente auf, sie gewinnbringend zu führen.

Video-Mitschnitt des gesamten Vortrags: 


Philipp Batthyany, Haberler Conference 2018


*Philipp Batthyány held his talk at the 14th International Gottfried von Haberler Conference which took place on May 25, 2018 in Vaduz, at University of Liechtenstein. Topic: “Karl Marx: Born 1818 and Still Going Strong?” – German: “Karl Marx: Mythos und Realität”. The event was organized and hosted by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation.”

Michael Wohlgemuth: moderner Sozialismus und Kritik der Österreichischen Schule – Interview und Vortrag

Karl-Peter Schwarz im Interview mit dem Ökonom Michael Wohlgemuth. Aufgenommen im Zuge der 14. Gottfried-von-Haberler Konferenz 2018 in Vaduz (FL)*

 Zusammenfassung des Vortrags von Michael Wohlgemuth
“Der moderne Sozialismus und die Kritik der österr. Schule”

Die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Sozialismus ist eine Auseinandersetzung von Ideen, die wirkmächtig genug sind, um über den „Wohlstand von Nationen“ oder den Niedergang ganzer Gesellschaften zu entscheiden. Ideen und moralische Einstellungen können, wie etwa Hayek in seinem Gesamtwerk unermüdlich betont, die „schöpferischen Kräfte der Zivilisation“ beflügeln oder die „die Zivilisation zerstören“ (Hayek, 1960, 1976, 1988).
Außerhalb von Zivilisation aber ist die Menschheit in ihrer heute erreichten Bevölkerungsdichte und kulturellen Ausdifferenzierung nicht mehr überlebensfähig. Zivilisation – Arbeits- und Wissensteilung als deren wichtigsten Kennzeichen – ist längst die bestimmende Ernährungs- und Lebensgrundlage der Menschheit geworden.
Die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Sozialismus ist mithin nicht eine historische, sondern eine systematische und eminent zukunftsrelevante. Sie ist eine Auseinandersetzung zwischen These und Antithese, zu der es keine ‚Synthese‘ im hegelianisch/marxistischen Sinne – „sozialistische Marktwirtschaft“ (China), „demokratischer Sozialismus“, „Dritter Weg“ usw. – gibt, sondern nur die Möglichkeit einer Grundsatzentscheidung zwischen einem von beiden. Schon ein flüchtiger Blick auf die Ideen, die Liberalismus und Sozialismus gegenpolig prägen, bestätigt diese Unvereinbarkeit: im Menschenbild, im Geschichtsverständnis, im Gesellschaftsbild, im Rechts- und Staatsverständnis sowie hierauf gründend im Verständnis von Ökonomie und Welthandel. In allen diesen Aspekten herrschen im marxistischen Denken Determinismus und Begrenztheit durch Zwang und Gewalt von Menschen über Menschen vor, wo im evolutionären Verständnis des klassischen Liberalismus, namentlich der österreichischen Schule, abstrakte Prinzipien kultureller Evolution, Moral und Recht der Freiheit, bestimmende Anerkennung finden.
In diesem Vortrag geht es um die Unerlässlichkeit dieser Auseinandersetzung und es werden jene Argumente aufgezeigt, diese gewinnbringend zu führen.


*Michael Wohlgemuth held his talk at the 14th International Gottfried von Haberler Conference which took place on May 25, 2018 in Vaduz, at University of Liechtenstein. Topic: “Karl Marx: Born 1818 and Still Going Strong?” – German: “Karl Marx: Mythos und Realität”. The event was organized and hosted by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation.”

Enrique Ghersi: Peru – A not so Shining Path

Peruvian lawyer, professor and free market intellectual Enrique Ghersi’s* Talk “Peru: A not-so Shining Path”, held at the 14th Gottfried-von-Haberler Conference 2018 in Vaduz (FL)


*Enrique Ghersi held his talk at the 14th International Gottfried von Haberler Conference which took place on May 25, 2018 in Vaduz, at University of Liechtenstein. Topic: “Karl Marx: Born 1818 and Still Going Strong?” – German: “Karl Marx: Mythos und Realität”. The event was organized and hosted by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation.”