Category Archives: Wirtschaft

Trumps verhängnisvoller Nationalismus

LI-Paper von Richard Ebeling

Die von der US-Regierung eingeschlagene Richtung verspricht dunkle Zeiten für freiheitliche Werte wie Privateigentum und den begrenzten Staat.
Kaum hatte Donald Trump seine Hände von der Bibel genommen, auf welche er den präsidialen Eid geleistet hatte, die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu erhalten, zu schützen und zu verteidigen, begann er auch schon damit, die Stossrichtung der US-Regierung radikal und schnell zu transformieren. Bereits hat er eine Reihe von präsidialen Verfügungen unterschrieben. Einige von ihnen, obwohl sie offensichtlich unterschiedliche intrinsische Qualitäten innehaben, sind kennzeichnend für die Prämissen und Prinzipien, die Donald Trump in einer Vielzahl seiner Entscheidungen leiten werden. Die eingeschlagene Richtung lautet: politischer und ökonomischer Nationalismus.
Viele Konservative und einige Liberale preisen die an sich gute Entscheidung Trumps, die Keystone-Pipeline voranzutreiben oder sein Versprechen, die steuerlichen und regulatorischen Belastungen für amerikanische Unternehmen zu reduzieren. Aber die Frage lautet doch: Warum wird er diese wirtschaftspolitischen Änderungen vorschlagen oder umsetzen? Ist der Grund tatsächlich, dass er glaubt, dass die Regierung die Individuen grundsätzlich frei leben lassen sollte und diese ihr persönliches Leben eigenverantwortlich gestalten sollen dürfen?
Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Trumps Vision ist nicht jene der individuellen und wirtschaftlichen Freiheit. Es ist vielmehr das kollektivistische Ideal einer politisch bestimmten «nationalen Grösse», zu welchem alle Amerikaner beitragen sollen — wenn nicht freiwillig, dann eben durch die fiskalische und regulatorische Hand des Staates …

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Kleines Lesebuch über den Freihandel

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Kleines Lesebuch über den Freihandel. Ebook von Detmar Doering.

Editor: Detmar Doering,
Vorwort: Otto Graf Lambsdorff

“Der Freihandel, eine der grössten Segnungen, die eine Regierung einem Volk erweisen kann, ist dennoch in fast jedem Lande unpopulär”. Von dem britischen Historiker Thomas Babington Macaulay stammt dieser Stoßseufzer aus dem Jahre 1824. Viele Verfechter des freien Welthandels können ihn nachempfinden. Anscheinend erhalten die Theorien, die den Freihandel stützen, so manche Wahrheit, die tief im menschlichen Geist verwurzelten Vorurteilen und Instinkten widerspricht. Viele Menschen können sich zum Beispiel anscheinend nicht vorstellen, dass ein freier und offener Welthandel den ärmsten und schwächsten Völkern dieser Welt nutzt. Dabei ist in Wirklichkeit gerade der Freihandel das beste Instrument der wirtschaftlichen Entwicklung für die Benachteiligten dieser Welt, das wir kennen. Dort, wo wirtschaftliche Unfreiheit herrscht, ist auch die Armut am größten. Die Wahrheit ist: Kaum eine ökonomische Doktrin ist so sehr durch Theorie und Praxis bestätigt worden wie die des Freihandels …

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Da droben in Davos

Elite auf dem Gipfel: Weltwirtschaftsforum 2017 in Davos (Bildquelle: Shutterstock, Beitrag: eigentuemlich-frei)


Da droben in Davos – Die selbsternannte Elite hält sich für moralisch überlegen | Wäre das Weltforum in Davos eine Sache der Wirtschaft, würde es für die eigenen Kosten aufkommen. Und Staatschefinnen oder linke Vordenker wären gar nicht eingeladen. Aber das Kürzel stimmt schon: „WEF“ heißt „Welt-Elite-Forum“.
„Elite“ bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die sich von der Masse oder vom Durchschnitt abhebt. Im soziologischen Sinne des Wortes handelt es sich um eine Auslese aufgrund von Leistungen und Fähigkeiten. Eine Auslese hat jedoch immer ein Wettbewerbsmoment. Weil sich eine Person derzeit von der Masse abhebt, heißt das noch lange nicht, sie bleibe auf Dauer leistungsfähiger als der Durchschnitt. Und jederzeit kann diese Auslese durch neue Individuen herausgefordert werden. So weit, so gut.
Problematisch wird die „Elite“, wenn eine Gruppe sich selbst als solche stilisiert. Und definitiv zur Gefahr wird die Elite, wenn sie auch noch den Anspruch erhebt, ethisch-moralisch besser zu sein als die anderen Menschen. Und das passiert in Davos. Statt sich wirtschaftlichen Zusammenhängen zu widmen, versammelt sich eine selbsternannte Elite, um uns, der Masse, die Leviten zu lesen.

Globalisierung des Guten

Der neueste Coup der Moralelite ist: Attacken auf die Globalisierung sind schlecht. Das ist nicht utilitaristisch zu lesen. Sie sind nicht schlecht für die Globalisierung. Sie sind an sich, also moralisch, schlecht. Das ist interessant. Denn es war das WEF selbst, das unter lautem Getöse entschied, sich den Globalisierungskritikern zu öffnen. Der Teufel – in diesem Fall die Elitenmoral – steckt eben im Detail. Denn im alpinen Olymp wurde gerichtet. Es wurde befunden, Globalisierungskritik von links sei gut; jene von rechts böse.
Noch viel interessanter ist, wie sich der Begriff der Globalisierung nicht nur in Davos veränderte. Als er die mediale Welt betrat, meinte er die betriebswirtschaftliche Ausdehnung der Wertschöpfungsketten über die ganze Welt. Das hat Kritiker auf den Plan geholt. Im letzten Jahrzehnt fand jedoch auch eine Ausdehnung sämtlicher Weltregularien und Weltregulatoren statt. Globale Standards für Besteuerung, global geächtete Wirtschaftspraxen, automatischer Informationsaustausch in der Steuereintreibung sind Beispiele für diese Regulierungsglobalisierung.
Diese Globalisierung der Überwachung ist jene, die das WEF als moralisch gut bezeichnet. Denn im Gleichschritt mit ihr können globale Unternehmen Wertschöpfungsketten ausdehnen. Aber weil diese Art der Globalisierung eben nicht betriebswirtschaftlich, sondern regulatorisch erfolgt, ist ihr Preis hoch. Die weltumspannende Regulierung verzerrt die Märkte zugunsten der bereits etablierten Firmen. Das Wettbewerbsmoment zwischen Unternehmen, aber auch zwischen Staaten wird gänzlich ausgeschaltet. Damit verstärken sich globale Ungleichheiten …

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