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Wer hat Angst vor Donald Trump?

DONALD TRUMPS PROGRAMM IST VIELVERSPRECHENDER ALS MAN IHM ZUGESTEHT

Kommentar von Prinz Michael von und zu Liechtenstein*

Mit dem Sieg von Donald Trump ist der Welt für einen Moment die Luft weggeblieben. Die Wenigsten haben damit gerechnet und sind erschrocken ob der Tatsache. In den Wochen vor dem achten November setzte fast alles und jeder auf den Sieg von Hillary Clinton. Insbesondere an den Finanzmärkten hielt man das Szenario Trump weitgehend für unrealistisch. Die Mehrheit glaubte den Wahlprognosen und ging davon aus, dass ein Sieg Trumps üble Folgen für die Finanzmärkte haben würde. Eine Begründung, weshalb ein Sieg Trumps denn so schädlich für die Finanzmärkte wäre, wurde in den wenigsten Fällen geliefert.

Interessanterweise hat das Wahlergebnis die Finanzmärkte dann auch tatsächlich fallen lassen, allerdings extrem kurzfristig und innerhalb eines Tages, als bekannt wurde, dass mit Donald Trump das „Unfassbare“ ins Weisse Haus einziehen wird. Die Finanzmärkte haben sich noch am selben Tag wieder erholt. Die ganzen Mutmassungen vor der Wahl haben sich also nicht bewahrheitet.

Der US-Wahlkampf wurde äusserst emotional geführt und die „Angst vor Trump“ war eines der Kernargumente in der Clinton Kampagne. Betrachtet man die jetzige Situation jedoch nüchtern, so zeigt sich, dass diese Angst nur bedingt begründet ist. Trump scheint seinen umstrittenen verbalen Stil mit dem Umstand, dass er der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird, zunächst relativiert zu haben. Seine provokativen Kampfansagen, wie beispielsweise eine Mauer gegen Mexiko zu bauen oder ein Einreiseverbot für Muslime zu verhängen, hat er nach seiner Wahl bereits relativiert.

Donald Trump scheint berechenbarer zu sein, als viele dachten. Auch gilt es zu berücksichtigen, dass der US-Kongress ein klares Korrektiv zum Präsidenten darstellt. Zwar werden das Repräsentantenhaus und der Senat von den Republikanern beherrscht, das bedeutet aber nicht, dass damit auch alle Ideen des zukünftigen Präsidenten umgesetzt werden. Positiv daran ist, dass durch die republikanische Mehrheit in beiden Häusern die alten Prinzipien der Grand Old Party wieder stärker in den Vordergrund rücken werden, was eine liberale Wirtschaftspolitik bedeutet und eine Aussenpolitik, die auf die Pflege von Verbündeten setzt.

Aus einer geopolitischen, unternehmerischen und auch liberalen Perspektive ist das Programm Trumps aussichtsreicher, als ihm bislang zugestanden wird. Trump will Steuern senken, Infrastrukturprojekte vorantreiben und das verwachsene Regulierungsdickicht durchdringen. Auch in der Aussenpolitik will er wesentlich stärker auf die amerikanischen Verbündeten setzen.

Von Europa fordert Trump, in der Verteidigungspolitik selbstständiger zu werden. Für Europa könnte dies die Chance sein, um unabhängiger zu werden und weltpolitisch wahrnehmbarer auftreten zu können. Und um eine eigene Politik sowohl gegenüber Russland als auch südlich und östlich des Mittelmeers zu bestimmen. Denn die USA waren im Rahmen der NATO bisher zwar stark daran interessiert, dass Europa das Verteidigungsbudget erhöhte, aber an einer gemeinsamen europäischen Verteidigung waren sie weniger interessiert.

Wenn nun Europa durch militärische Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen auf Augenhöhe mit den USA reden kann, könnte dies die nordatlantisch enge Bindung von Europa und den USA im positiven Sinne stärken. Zugegeben, das Ganze wird Europa herausfordern, aber manchmal braucht es Forderungen, um Aktionen auszulösen. Diskussionen sind bereits im Gange.

Für die US-Aussenpolitik wäre es zudem zuträglich, eine realistische Aussenpolitik zu führen, die weniger auf „Werte“ basierte Einmischung und mehr auf Realpolitik fokussiert ist. Das Verhältnis zwischen den USA und Russland hat sich in den letzten zehn Jahren stark verschlechtert. Eine US-Aussenpolitik, die nun weniger auf eine Einmischung in die inneren Verhältnisse Russlands ausgerichtet wäre, könnte das Verhältnis zwischen den USA und Russland zumindest sachlicher machen. Russland verfolgt eine rein interessensbasierte Aussen- und Sicherheitspolitik. Dieser sollte mit einer rein interessensbasierten Politik begegnet werden. Im Weiteren fordert Trump Japan und Südkorea dazu auf, ihre Verteidigung weiterzuentwickeln. Dies würde beiden Nationen erlauben, gegenüber China selbstbewusster aufzutreten und ihre Interessen zu wahren.

Auch gibt Trump vor, das amerikanische Regulierungsdickicht durchleuchten zu wollen. Nach einer Zeitphase, in der das Regulierungsdickicht vor sich hin wuchern und Programme zur Kontrolle über die Bürger wie Pilze aus dem Boden schiessen konnten, könnte dies eine Phase zurück zur Normalität einläuten. Und sich auch positiv auf die globalen Rahmenbedingungen auswirken. Auch ist Trumps Ansinnen, verstärkt in Infrastrukturprojekte zu investieren, positiv zu werten. Denn der Nachholbedarf in Infrastrukturbereichen wie Eisenbahn, Verkehrssysteme, Elektrizitätsversorgung, etc. ist zweifelsfrei gross in den USA und solche Investitionen würden wesentlich nachhaltiger zum Wirtschaftswachstum beitragen als billiges Geld.

Trump ist anders und wird den Politikstil mitunter verändern. Er hält nicht viel von „political correctness“. Im Umkehrschluss müsste dies dazu führen, dass Dialoge offener geführt werden können und nicht von Tabus eingeschränkt werden. Trump könnte dazu führen, dass eingetretene politische Pfade verlassen werden und sich Neues entwickelt. Lassen wir uns überraschen und stehen wir den Neuerungen einmal offen gegenüber.


*Prince Michael von und zu Liechtenstein ist Präsident des Stiftungsrates der European Center of Austrian Economics Foundation Vaduz, Gründer und Vorsitzender der Geopolitical Intelligence Services AG Vaduz (www.gisreportsonline.com) und Chairman von Industrie- und Finanzkontor Ets. Vaduz (www.iuf.li).

Rueff Conference Monaco

Réunion de haut niveau des membres du CEPROM | Le Centre d’Études prospectives pour Monaco (CEPROM) a organisé au Musée océanographique une conférence consacrée à la banqueroute de l’État providence à travers le monde. L’événement a été ouvert par S.A.S le Prince Albert II, créateur du CEPROM, et S.A.S. le Prince Michael de Liechtenstein, Président du Centre européen de la Fondation de l’économie autrichienne.

http://www.monacochannel.mc/content/search?subtreeArray=10499&SearchText=Rueff+conference&SearchButton=Recherche

Vera Smith Lutz: Hausfrau, Ökonomin, Freigeist

Vera Smith Lutz; die Hayek-Schülerin fürchtete den Gestaltungsspielraum der Politik … Ein Beitrag von eigentümlich frei*, 24. September 2016

zentralbanken-ueberfluessigIn einem Free-Banking-System überflüssig: Zentralbanken Bildquelle: shutterstock

Friedrich Lutz. Dieser deutsche Ökonom leitete das Schweizerische Institut für Auslandsforschung. Er war Berater des Bundesministeriums für Wirtschaft. Er war Gründer und späterer Präsident der Mont Pelerin Society. Also: Ein bekannter Ökonom von Weltruf. Als er an die Universität Princeton berufen wurde, erkundigte er sich, ob seine Frau dort auch lehren konnte. Die Antwort: Sie durfte nicht einmal das Universitätsgebäude betreten.

Vera Smith Lutz (1912-1976) war nicht irgendjemand. Sie war eine direkte Schülerin von Friedrich August von Hayek in der London School of Economics. Bei ihm erarbeitete sie eine Dissertation im Jahr 1936: „The rationale of central banking“. Mit diesem Werk lieferte sie der modernen „Free Banking“-Bewegung ihre wissenschaftliche Grundlage.

Freie Banken kontra Zentralbanken

„Free Banking“ sieht Banken als ganz normale Unternehmen an. Und wie andere Unternehmen sollen sie lediglich den üblichen Vertragsregelungen unterliegen. Also: keine „Bailouts“, Mindestsicherungen oder garantierte Sparguthaben. Vera zeigte, wie eine solche Ordnung nicht nur effizienter als die granulare Bankenregulierung ist. Sie ist auch viel besser geeignet, die Risiken eines jeden Geldsystems zu verteilen und abzudämpfen.
Eine Konsequenz dieser Sicht ist, jede Bank sei für ihr eigenes Geld zuständig. Der Wettbewerb unter den Banken sei auch einer unter den jeweiligen Bankwährungen. Wie bei den anderen Geschäftszweigen würde das Zusammenspiel der Akteure im Marktprozess entscheiden, was eine gute, zuverlässige Bank und was ein risikoreiches Institut ist.
Eine zweite Konsequenz dieser Sicht ist: Es braucht keine Zentralbank. Das ist nach Vera Lutz ein wichtiger Schritt in Richtung Effizienz. Denn sie zeigt auf, wie Zentralbanken unabhängig von allen Unabhängigkeitsbekundungen vor allem politische Akteure sind. Zentralbanken sind zunächst um das Wohl des Staates bekümmert. Ihre Gewinne werden vom Staat privatisiert, ihre Verluste werden dem Volk überwälzt.

Wissenschaft kontra Diskriminierung

Ihr Zugang zu Princeton wurde nicht wegen des „Free Banking“ untersagt. Als Frau hatte sie da nichts zu wollen, so die damalige Befindlichkeit. Als Schülerin eines sehr obskuren Ökonomen aus Wien und London, Hayek, auch nicht. Dabei war sie kein Leichtgewicht. Denn vor Princeton arbeitete sie als Wissenschaftlerin und für den Völkerbund. Ihre Antwort? Sie setzte ihre wissenschaftliche Karriere fort – außerhalb staatlicher Universitäten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog das Ehepaar nach Zürich. Für Vera war es selbstverständlich, weiterhin am akademischen Leben teilzuhaben. Zusammen mit ihrem Ehemann schrieb sie Bücher wie „Monetary and Foreign Exchange Policy in ltaly“ (1950) und „The Theory of Investment of the Firm“ (1951). Sie übersetzte auch die Werke Röpkes und anderer ins Englische.
Doch vor allem ihre eigenen Arbeiten sind bemerkenswert. In „Italy, a Study in Economic Development“ (1962) identifizierte sie die italienische Wirtschaftspolitik als schlicht realitätsfremd. Großer Sozialstaat und große Bürokratie führen entweder in den Kommunismus oder ins Chaos, so Lutz. In „Central Planning for the Market Economy: An Analysis of the French Theory and Experience“ (1969) stellt sie klipp und klar fest: „Es gibt nichts, was wir von Frankreich lernen können.“

Abwägung kontra Extremismus

Als Fremde in Zürich traute sich Vera Lutz sogar, zur Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte in die Schweiz zu schreiben. Anfangs stand sie der ungebremsten Zuwanderung sehr offen gegenüber. Natürlich. Ökonomin wünscht sich nicht den freien Verkehr von Produktionsfaktoren? Dann erkannte sie ein Problem. Je größer die Nominallohnunterschiede (!) zwischen den angestammten und den zugewanderten Arbeitskräften sind, desto mehr Druck entsteht auf politischer Ebene.
Für Vera Lutz war es dabei unerheblich, ob sich dieser Druck in Fremdenfeindlichkeit oder in Tarifverträgen (in der Schweiz heißen sie Gesamtarbeitsverträge) manifestierte. Sie erkannte in allen Formen des politischen Drucks massive Marktverzerrungen. Also stand sie vor der Frage: Marktverzerrung durch restriktive Zuwanderung oder Marktverzerrung durch politische Antworten auf die Zuwanderung? Sie meinte, die Transaktionskosten einer restriktiven Zuwanderung seien tiefer und rechtssicherer als die Kosten des politischen Drucks. Doch sie stellte auch fest: „Wissen kann ich das nicht. Aber ich fürchte um das Schlimmste, wenn man der Politik zu viel Gestaltungsspielraum gibt.“
Schlechte Bankenregulierung, fehgeleitete Industriepolitik und Verzerrungen des Arbeitsmarktes: Alle Probleme, denen sich Vera Smith Lutz widmete, sind von ungebrochener Aktualität. Auch ihre Antwort ist es: „Man muss die Logik der Freiheit finden – und abwägen.“


eigentümlich frei (ef) ist eine seit 1998 erscheinende politische Monatsschrift mit zehn Ausgaben pro Jahr. Ihre Positionen bezeichnet Herausgeber und Chefredakteur André F. Lichtschlag als individualistisch, kapitalistisch und libertär.

Cheap money policy does not fool citizens

GIS Statement by Prince Michael von Liechtenstein

The socialist idea of a planned economy is gradually being made a reality by the monetary policies of central banks, such as the United States Federal Reserve and the European Central Bank. The idea is also promoted by a considerable number of western economists and politicians. The conventional wisdom within that group is that economies are driven mainly by consumption. They blissfully ignore the importance of investment and savings – even of the kinds that help people set money aside for retirement.
The purported logic behind the banks’ current monetary policy is that extremely low to negative interest rates will discourage savings and boost consumption, fanning economic growth. This is superficial, short-term thinking from ideologically misguided people.
The policy, if successfully applied, would lead to an increase of the indebtedness of households in the affected countries. Indebted peoples tend to be less free than societies with savings, which give individuals freedom and independence. One is tempted to start suspecting that a hidden agenda might play a role here – a politically motivated desire to push private households deeper into debt in order to gain better control of consumption and to be able to centralize investments by institutions. This would amount to a triumph of economic planners over markets.

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Fortunately, people have not been responding as expected. Citizens understand mathematics and they know that they need a financial cushion in hard times, and for retirement. They are aware that low to negative interest rates are eroding their financial reserves and the value of their nest eggs and retirement entitlements. Those negative effects are exacerbated by planned inflation. Inflation is biting already, but that is obscured by statistics that do not reflect the purchasing structure of a typical middle class household. Rightfully, people worry of being impoverished in their old age.
And they are acting on their concerns. Demonstrably, people in the countries with extremely low to negative interest rates have been saving more. They are bucking the trend that many politicians and central banks are irresponsibly trying to spawn.
The savings rate (the ratio of the disposable income that private households put aside as reserves) increased in Sweden from some 5 percent in 2006 to more than 16 percent in 2016. In Denmark during the same period, it shot up from a negative rate to more than 8 percent, and it has remained stable in Germany at around 10 percent. Even the U.S., normally not a savings champion, has seen a stable savings rate of some 5 percent. Switzerland, on the other hand, long a nation of big savers, increased its savings rate during that decade from about 15 percent to some 20 percent.
A danger exists that once the misguided monetary policy fails, as it must, some of the money-hungry governments will then try to confiscate large chunks of these savings. They also may be wiped out by inflation as soon as the huge money supplies created by central banks hit the economies.

Read the original GIS statement here ->
Cheap money policy does not fool citizens


*GIS is a global intelligence service providing independent, analytical, fact-based reports from a team of experts around the world. We also provide bespoke geopolitical consultancy services to businesses to support their international investment decisions. Our clients have access to expert insights in the fields of geopolitics, economics, defense, security and energy. Our experts provide scenarios on significant geopolitical events and trends. They use their knowledge to analyze the big picture and provide valuable recommendations of what is likely to happen next, in a way which informs long-term decision-making. Our experts play active roles in top universities, think-tanks, intelligence services, business and as government advisors. They have a unique blend of backgrounds and experience to deliver the narrative and understanding of global developments. They will help you develop a complete understanding of international affairs because they identify the key players, their motivations and what really matters in a changing world. Our experts examine the challenges and opportunities in economies old and new, identify emerging politicians and analyze and appraise new threats in a fast-changing world. They offer new ideas, fresh perspectives and rigorous study.

Über Zentralbanken, Schuldenpolitik und den geprellten Bürger

Bericht von der 12. Gottfried-von-Haberler Konferenz, Erstveröffentlichung am 12. Juni 2016 bei “eigentümlich frei”

    Am 20. Mai 2016 wurde in Vaduz, im Fürstentum Liechtenstein, die diesjährige Internationale Gottfried-von-Haberler-Konferenz abgehalten. Veranstalter der heuer zum zwölften Mal stattgefundenen Konferenz ist das European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF), deren akademischer Direktor Kurt R. Leube ist. Das Generalthema der diesjährigen Konferenz lautete: „Über Zentralbanken, Schuldenpolitik und den geprellten Bürger“.

Strategie der Zentralbanken: Flutung der Märkte mit Geld
Strategie der Zentralbanken: Flutung der Märkte mit Geld.

    Am Vorabend der Konferenz merkte der Publizist und promovierte Historiker Michael von Prollius in seiner Tischrede an, dass viele Liberale als echte Individualisten oftmals einzeln unterwegs sind. Viele Liberale würden eben – wie Sisyphos in der griechischen Mythologie – den Stein alleine den Berg heraufrollen wollen, statt die Kräfte für gemeinsame Zwecke und Ziele zu bündeln.

    Unter solchen Einzelkämpfern finden sich mitunter natürlich auch geniale Geister – wie zum Beispiel Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek –, die dem liberalen Lager neuen intellektuellen Schwung geben. Doch auf solche Zufälle sollte – so von Prollius – nicht vertraut und gehofft werden, sondern notwendig sei eine Art von liberalem Stoßtrupp, von sich selbst ständig erneuernder Institution. Diese Institution solle stetig gute und brillante Köpfe hervorbringen, die die liberale Szene nach allen Seiten erfrischend vorantreiben …

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