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International Vernon Smith Prize

Vernon Smith Prize 2018 – Call for Papers!

Vernon Smith Prize 2018
Vernon Smith Prize 2018 – Call for Papers

The 11th International Vernon Smith Prize for the advancement of Austrian Economics is an essay competition sponsored and organized by ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation, Vaduz (Principality of Liechtenstein). We are calling for papers! This years’ topic:

Obscured by Fake News:
The Politics, Morals, and Limits
of Genetic Engineering

Biotechnological procedures, including genetic modification have been employed successfully in the course of millennia for the making of vital medicines or for selective breeding to generate much of our daily foodstuff. We have used these techniques also in refining plants, in the production of alcoholic beverages, cheeses or for manufacturing garments. And yet, Biotechnology in general and especially Genetic Engineering are subject to controversy, widespread misinformation, and remain shrouded in mystery, characterized by vague apprehensions and common superstitions. Whereas in conventional breeding methods only more or less the same species can be crossed with each other, Genetic Engineering deals with the isolation, characterization, and recombination of genetic material. Although, this new development has endured the extensive rigor of scientific method, together with academic peer-review concluding empirically in support of the new science, the application and commercialization of genetic engineering innovation in the food system from a business perspective are worthy of debate and have policy considerations. For many, Genetic Engineering is a seminal achievement that can be used for life saving drugs, improvements of the environment and GMOs could even help feed the world. Others consider it an untested and dangerous intrusion into nature that needs to be regulated or even outlawed by politics.
We invite papers on this topic addressing not only the socio-political relevance and the moral implications of Genetic Engineering. But also the implications of possible regulations and even limitations of scientific research on the whole.


First Prize: €4,000


Second Prize: €3,000


Third Prize: €2,000


All entries need to meet the following requirements:
1: Entries may be submitted by individuals of up to 30 years (in 2018).
2: Entries may not exceed 12 pgs.; 1.5 space; left/right margins no less then 1 inch; including a full bibliography and a 1/2 page summary
3: Entries must be submitted in English in electronic form (pdf) to krl@ecaef.li and must include a current CV with DoB.
4: Entries must be received on or before November 19, 2018.
5. It is mandatory that all prizewinners participate in the award ceremony in Vaduz.

Prizes are not transferable and will be awarded on the basis of originality, grasp of subject, and the logical consistence of the argument. An international jury will judge the essays and the winners will be invited to present their papers at a special event in Vaduz, the Principality of Liechtenstein on February 4, 2019.

Wirkungskraft ökonomischer Theorien

International Vernon Smith Prize 2017 winners
International Vernon Smith Prize 2017 winners

Vortrag von Prof. Thorsten Polleit anlässlich der Verleihung des 10. Vernon Smith Preises. Der Internationale Vernon Smith Preis ist ein Wettbewerb der European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF). Die Preisverleihung für die Gewinner fand am 5. Februar 2018 in Vaduz (Liechtenstein) statt. Details finden Sie hier -> Vernon Smith Prize Winners 2017

Über die Wirkungskraft
ökonomischer Theorien

Vor vielen Jahren, noch als junger Student, wurde mir folgender Scherz erzählt: Es ist zur Zeit des Eisernen Vorhangs in Moskau. Eine Militärparade wird abgehalten. Infanterie, Panzerwaffen, Raketengeschütze und vieles mehr werden dem versammelten Publikum vorgeführt. Plötzlich erscheint inmitten der Aufmarschierenden eine Gruppe von Männern, unbewaffnet, in graue Herrenanzüge gekleidet. Der Gast aus dem Westen, der neben dem obersten russischen General auf der Zuschauerbühne steht, fragt: „Und welche Funktion haben diese Herren?“ Da entgegnet ihm der General stolz: „Das ist unsere gefährlichste Waffe: das sind unsere Volkswirte!“

Ich muss gestehen, erst nach vielen Jahren habe ich den tieferen Sinn dieses Scherzes voll erfasst. Er lautet: Die Wirkungskraft ökonomischer Theorien ist gewaltig, ist viel größer als man vielleicht denken mag – und das wusste der General des sozialistischen Systems sehr genau. Es sind zweifelsohne Theorien, die unser Handeln leiten. Theorien – also Vorstellungen darüber, wie Dinge miteinander zusammenhängen – bestimmen, welche Mittel wir einsetzen, um unseren Zielen näher zu kommen. Richtige Theorien erlauben es, dass wir unsere Ziele erreichen. Falsche Theorien hingegen erschweren es oder machen es gar unmöglich, das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

In der Menschheitsgeschichte sind falsche Theorien schon häufig Ursache für viel Leid gewesen. Man denke nur einmal an das 20. Jahrhundert, in dem die Lehren des Sozialismus, Kommunismus, Interventionismus, Nationalsozialismus und Faschismus für Zerstörung und große Not gesorgt haben. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg galt der Sozialismus als heilsbringende Lehre, von der man sich Wohlstand, Gerechtigkeit und Frieden versprach.

Auch viele Ökonomen befürworteten die sozialistische Lehre und die gesellschaftlichen Experimente, zu denen sie aufrief. Im Grunde hätte man aber schon 1919 wissen können, dass der Sozialismus nicht funktionieren kann. Im Jahr 1919 hatte der österreichische Ökonom Ludwig von Mises (1881 – 1973) einen der wohl bedeutendsten Texte der Wirtschaftswissenschaft veröffentlicht: „Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen“. Eine abschließende wissenschaftliche Widerlegung des Sozialismus.
Mises zeigte darin auf, dass der Sozialismus undurchführbar ist, dass mit ihm ein Wirtschaften in der Gemeinschaft unmöglich ist. Er sollte Recht behalten – wie die Erfahrungen in den Ländern, die dem Sozialismus gefolgt sind, eindrücklich dokumentieren.

Gerade weil ökonomische Theorien so weitreichende Wirkungen entfalten können, nicht selten das Leben von vielen Millionen Menschen betreffen, ist es eine wichtige Aufgabe der Wirtschaftswissenschaft, richtige von falschen ökonomischen Theorien zu scheiden. Auch heute sind nach wie vor falsche ökonomische Theorien im Umlauf, werden an Universitäten gelehrt und gelernt und beeinflussen die politischen Weichenstellungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Dazu drei Beispiele:

(1) Keynesianismus. – Der Keynesianismus sagt, der Staat müsse, wenn die Wirtschaft lahmt, die Nachfrage erhöhen, und schon kehrt die Volkswirtschaft zur Vollbeschäftigung zurück. Dies kann der Staat erreichen, indem er selbst (am besten kreditfinanzierte) Ausgaben tätig, oder indem seine Zentralbank die Zinsen senkt, die Geldmenge erhöht, oder indem am besten alles zusammen geschieht. Doch das ist ein Trugschluss. Mit staatlichen Ausgabeprogrammen, Zinsmanipulationen oder Geldmengenvermehrung „aus dem Nichts“ lässt sich keine Prosperität schaffen.

(2) Mindestlohn. – Der Mindestlohn soll mehr Gerechtigkeit und höhere Einkommen bringen. Doch ein Mindestlohn, wenn er über dem markträumenden Lohn liegt, verringert die Beschäftigung. Und gerade die Geringqualifizierten stößt er aus dem Arbeitsmarkt.

(3) Zwischenstaatliche Kooperation. – Eine immer engere Kooperation zwischen Staaten, die Schaffung eines europäischen Zentralstaates, sei gut und richtig, um Wohlstand und Frieden in Europa zu sichern und zu fördern, so ist allerorten zu hören und zu lesen.

Dieses Dogma verkennt jedoch, dass es lediglich eines freien Marktes bedarf, in dem die Eigentumsrechte aller gesichert sind, um ein friedvolles und prosperierendes Zusammenwirken zwischen Menschen zu ermöglichen. Supra-nationalstaatliche Gebilde, die Aushöhlung des Wettbewerbs der Regionen hemmen die Wachstumskräfte und beschwören zudem Interessenkonflikte innerhalb der Staaten und auch zwischen ihnen herauf.

Nachdem Sie diese drei Beispiele gehört haben, werden Sie sich vermutlich fragen: Wie kann es sein, dass einige Ökonomen die aufgeführten Theorien für richtig befinden, während andere (zu denen ich mich zähle) sie in Frage stellen beziehungsweise als falsch zurückweisen? Die Antwort finden wir bei einem Aspekt, dem heutzutage meist nur noch wenig oder gar keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt wird: der Wahl der wissenschaftlichen Methode. Unter der wissenschaftlichen Methode ist das Vorgehen zu verstehen, um Erkenntnisse (wahres Wissen) über ein Erkenntnisobjekt zu gewinnen.

Die (Hauptstrom-)Volkswirtschaftslehre hat sich eine wissenschaftliche Methode zu Eigen gemacht, die sie der Naturwissenschaft entliehen hat. Will man als Naturwissenschaftler Erkenntnisse gewinnen, stellt man eine Hypothese auf („Wenn dann Aussage“) und überprüft ihren Wahrheitsgehalt, indem man Experimente durchführt. Eine solche Hypothese ist zum Beispiel die Folgende: Wenn Substanz X mit Substanz Y gemischt wird, dann stellt sich Reaktion Z ein.

Durch wiederholtes Durchführen dieses Versuchs zeigt sich dann beispielsweise, dass X gemischt mit Y immer zur Reaktion Z führt – und man hat eine Gesetzmäßigkeit aufgespürt. Solch ein Vorgehen ist in der Volkswirtschaftslehre nicht möglich. Warum? In der Naturwissenschaft lässt sich im Laborversuch mit gleichartigen Beobachtungspunkten (Karl Raimund Popper (1902 – 1994) spricht hier von Protokollsätzen) arbeiten. Unter immer gleichen Bedingungen wird ein Faktor verändert, während alle anderen Faktoren konstant gehalten werden.

So erkennt man, welche Konsequenz der veränderte Faktor auf das Untersuchungsergebnis hat – und kommt der gesuchten Gesetzmäßigkeit näher. Ein solches Vorgehen ist im Bereich des menschlichen Handelns nicht möglich. Menschliches Handeln vollzieht sich stets unter komplexen Bedingungen. Viele Faktoren sind im Spiel, und man kann den Einfluss eines Faktors nicht isolieren, wie es im naturwissenschaftlichen Laborversuch möglich ist. Zudem gibt es im Bereich des menschlichen Handelns keine konstanten Verhaltensparameter: Menschen reagieren auf einen bestimmten Impuls nicht in der gleichen Art und Weise.
Der Grund für diese Einsicht ist ein logischer: Menschen sind lernfähig. Und Lernfähigkeit lässt sich nicht widerspruchsfrei verneinen:
(1) Wer argumentiert, der Mensch sei nicht lernfähig, geht davon aus, dass andere den Inhalt seines Gesagten noch nicht wissen, dass sie also lernfähig sind (sonst würde er es ja nicht sagen). Er begeht damit einen performativen Widerspruch.
(2) Wenn jemand sagt „Der Mensch kann nicht lernen“, so setzt er voraus, dass er irgendwann einmal gelernt hat, dass man nicht lernen kann – und attestiert damit Lernfähigkeit. Er begeht also einen offenen Widerspruch.

Lernfähigkeit bedeutet nun aber, dass man mit bestimmten äußeren Faktoren (physikalischer, chemischer oder biologischer Natur) menschliche Handlungen nicht erklären kann (im Sinne einer Ursache-Wirkungsbeziehung) – denn ansonsten könnte man schon heute wissen, wie künftig gehandelt wird. Das aber liefe auf nichts anderes hinaus, als zu bestreiten, dass der Mensch lernfähig ist – und das wäre logisch widersprüchlich und damit falsch. Kurzum: Im Bereich des menschlichen Handelns lassen sich mit der Methode der Naturwissenschaft keine Erkenntnisse (im Sinne von Gesetzmäßigkeiten) gewinnen.

Die Volkswirtschaftslehre begibt sich vielmehr auf ein falsches Gleis, läuft Gefahr, zu falschen Schlüssen zu kommen, wenn sie sich der naturwissenschaftlichen Methode bedient. Sie gelangt beispielsweise zum anmaßenden Ergebnis, die handelnden Menschen, die Volkswirtschaften insgesamt, ließen sich durch geldpolitische, regulative oder steuerliche Maßnahmen gezielt steuern. Und sie verliert letztlich auch die Würde und das Freiheitsideal des handelnden Individuums aus den Augen, redet in der Konsequenz einer zusehends erdrückenderen Staatsausdehnung das Wort. Doch warum, so sollten wir uns an dieser Stelle fragen, findet die naturwissenschaftliche Methode in der Volkswirtschaftslehre Akzeptanz?

Eine abschließende Erklärung muss ich zwar schuldig bleiben. Aber zwei Erklärungsmöglichkeiten möchte ich dennoch anbieten. Es ist denkbar, dass sich eine falsche Methode eingeschlichen hat, die kritiklos über die Jahre hinweg weitergetragen wurde, und deren Defizite von der Mehrheit der Ökonomen noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erkannt worden sind. So gesehen bestünde Hoffnung, dass der Methodenfehler irgendwann erkannt wird, es zu einer Methodenänderung kommt, und falsche Theorien und die Politiken, zu denen sie ermuntern, entlarvt werden.

Eine andere, weniger beruhigende Erklärung ist die Folgende: Der Staat (wie wir ihn heute kennen) dominiert den Lehr- und Bildungssektor. Denn um seine Macht zu erhalten, braucht der Staat die Zustimmung der breiten Öffentlichkeit. Und die kann er erlangen, indem er die intellektuellen Meinungsführer für sich einnimmt – also diejenigen, deren Meinung für die Mehrheit der Menschen richtungsweisend ist. Daher ist der Staat bemüht, vor allem auch Ökonomen zu rekrutieren – denn ihre Theorien haben besondere Breitenwirkung.

Der Staat war (und ist) dabei erfolgreich. Es ist heute geradezu üblich, dass wissenschaftlich arbeitende Ökonomen auf der Lohnliste des Staates stehen. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Ökonomen, die dem Staat gewogen sind, die im wahrsten Sinne des Wortes staatstragend wirken. Ökonomen, die der naturwissenschaftlichen Methode folgen, fällt das besonders leicht. Die naturwissenschaftliche Methode, in der Volkswirtschaftslehre eingesetzt, eröffnet nämlich ideologisch-politischen Interessen weitreichenden Einfluss.

Beispielsweise indem man eine politisch genehme, wohlklingende Hypothese aufstellt. Beispiel: „Wenn die Zentralbank die Zinsen senkt, dann steigen Beschäftigung und Einkommen.“ Angesicht einer solch verheißungsvollen Prophezeiung ist die Zustimmung groß, das Experiment in der Praxis auszuprobieren. Was aber, wenn sich im „Härtetest der Realität“ zeigt, dass der in Aussicht gestellte Erfolg ausbleibt?

Was, wenn sich zum Beispiel zeigt, dass der gesenkte Zins nicht den erhofften Konjunkturschub gebracht hat? Die Ökonomen finden eine Entschuldigung. Wie bei einem naturwissenschaftlichen Experiment üblich werden sie argumentieren: Die Zinssenkung ist nicht stark genug gewesen. Senkt man den Zins noch weiter ab, senkt man ihn in den Negativbereich, dann wird die Prosperität schon zunehmen!

Verehrte Leser, Sie erkennen sicherlich bereits, was hier gespielt wird: Die naturwissenschaftliche Methode, angewandt in der Nationalökonomie, öffnet Beliebigkeit, Skeptizismus und Relativismus Tür und Tor.

Alles scheint möglich, man muss nur mutig sein und es ausprobieren. Und wenn es nicht klappt, so liegt der Misserfolg nicht etwa an der Theorie, sondern daran, dass man nicht beherzt genug vorgegangen ist. Die Einsicht, dass es so etwas wie ökonomische Gesetzmäßigkeiten gibt, an die wir Menschen uns halten müssen, um zum gewünschten Ziel zu gelangen, wird beiseite gewischt. Die naturwissenschaftliche Methode macht die Volkswirtschaftslehre zum Spielball politischer Interessen. So mancher Ökonom verliert seine Unbefangenheit. Denn wer mitspielt, wird vom Staat finanziert, darf auf Lehrstuhl, Forschungsprojekte und Prestige hoffen.

Sie werden sich fragen: Was ist die Alternative zum heute etablierten Vorgehen, um ökonomische Erkenntnisse zu gewinnen?

Ludwig von Mises hat wichtige Beiträge geliefert, um diese Frage zu beantworten. Er hat gezeigt, dass die Volkswirtschaftslehre keine Erfahrungswissenschaft (wie die Naturwissenschaft), sondern dass sie eine aprioristische Handlungswissenschaft ist. Wir wissen, dass der Mensch handelt. Dieser Satz lässt sich nicht widerspruchsfrei verneinen. Er gilt – um mit dem Preußischen Philosophen Immanuel Kant (1724 – 1804) zu sprechen – a priori. Man kann nicht widerspruchsfrei sagen „Der Mensch handelt nicht“. Denn wer das sagt, der handelt – und widerspricht seiner Aussage.

Aus der unbestreitbaren Erkenntnis, dass der Mensch handelt, lassen sich auf logisch-deduktivem Wege weitere wahre Aussagen ableiten. Aufgrund handlungslogischer Überlegungen können wir zum Beispiel wissen, dass:
eine Vermehrung der Geldmenge die Volkswirtschaft nicht reicher macht; dass der (Ur-)Zins nicht verschwinden kann, dass er nicht auf oder unter die Nulllinie fallen kann; dass Steuern die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft senken; dass das Handeln im freien Markt für alle Beteiligten, die daran freiwillig teilnehmen, vorteilhaft ist; dass der Sozialismus (und alle seine Spielarten) scheitern müssen. All das (und einiges andere mehr) können wir durch logisches Denken wissen. Wir brauchen dazu keine Experimente durchzuführen.

Man braucht auch keine teuren Forschungsinstitute, um das zu wissen. Damit an dieser Stelle kein Missverständnis entsteht: Wir können nicht (mit wissenschaftlichen Mitteln) wissen, wie Menschen morgen, in einem Monat oder einem Jahr handeln. Aber wir können wissen, welche (qualitativen) Folgen ökonomische Handlungen haben, ob die Mittel, die unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden, das gewünschte Ziel erreichen können oder nicht. Die Volkswirtschaftslehre hat Bedeutung für jeden von uns. Ihre Erkenntnisse beeinflussen in starkem Maße, wie Menschen handeln, wie sie miteinander kooperieren, welche Politiken gemacht oder unterlassen werden.

Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, vor allem die Wissenschaftsmethode in der Volkswirtschaftslehre kritisch zu hinterfragen und gegen Alternativen abzuwägen. Nur so lassen sich letztlich falsche ökonomische Theorien entlarven und durch richtige Theorien ersetzen. Das ist eine wichtige Erkenntnis: Aus Erfahrungen wird man nämlich nicht per se klug. Es kommt darauf an, wie man die Erfahrung deutet. Und zur Deutung muss man eine Theorie verwenden. Denn so etwas wie theorielose Erfahrung gibt es nicht. Ist die Theorie richtig, kommt man zum richtigen Schluss. Ist sie falsch, zieht man falsche Schlüsse. In der Volkswirtschaftslehre wird die Frage, ob eine Theorie richtig oder falsch ist, nicht durch Erfahrung entschieden, sondern erfahrungsunabhängig, durch logisches Denken. Daher ist es von ganz besonderer Wichtigkeit, den Diskurs über die erkenntnistheoretische Fundierung der Volkswirtschaftslehre zu führen.


  • Thorsten Polleit ist Chefökonom der Degussa Goldhandel, Partner der Polleit & Riechert Investment Management LLP, Präsident des deutschen Ablegers des Ludwig von Mises Institute und Honorarprofessor an der Universität Bayreuth.

Vernon Smith Prize 2017: Winners announced

Vernon Smith Prize 2016 Call for Papers
Does Tolerance become a crime when applied to evil? Vernon Smith Prize 2017.

Vernon Smith Prize 2017
Winners announced

The 10th International Vernon Smith Prize for the Advancement of Austrian Economics was an essay competition sponsored and organized by ECAEF European Center of Austrian Economics Foundation, Vaduz (Principality of Liechtenstein). This years’ topic: Does Tolerance become a Crime when applied to Evil? The winners are:

1: Mattias Oppold (Germany)

PhD Student of Economics, at TU Kaiserslautern

|- First Prize EUR 4,000 -|


2: Marcos Falcone (Argentina)

Fullbright Student at the University of Tennessee, Knoxville

|- Second Prize EUR 3,000 -|


3: Richard Mason (UK)

Student at Maastricht University Faculty of Arts and Social Sciences

|- Third Prize EUR 2,000 -|


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil? Advanced by the ‘ends-independent’ market process, free pluralistic societies developed without a shared hierarchy of particular ends. Once we agree on the rules, we need not agree on the goals as markets enable us to disagree peacefully while we pursue our own way. However, to sustain this kind of ’means- but not ‘ends-connected’ society, we must be willing to tolerate differences with others and we have to recognize that our freedom to achieve our ends comes at the cost of allowing others the same, even if we find those ends distasteful.

ECAEF invited papers on this topic in 2017. The winners are now invited to present their papers at a special event in Vaduz, Principality of Liechtenstein, in February, 2018. These are their abstracts:

1. Prize: Mattias Oppold
Abstract

Does Tolerance Become a Crime when Applied to Evil? The subject of this paper is the need for tolerance within society and its moral limitations. The examination of this subject will include three parts. The first part will address the general conditions of morality based on the philosophy of IMMANUEL KANT. It will be stressed that morality paradoxically compels to a toleration of evil. The second part will address the general conditions for coherence in human society according to the legal theory of DAVID HUME. This theory will give an evidence that humans could unlikely continue as an intelligent, and potentially moral, species without having three principles of justice established in their culture. The third part of the paper will question the moral normativity of these principles in the light of KANT’s system, assuming that their legal implementation were unequivocal. A consideration of two general effects that a single transgression of justice may produce will lead to the paradox that morality can allow the committing of a legal crime but never its toleration when such a crime is committed by others. The paper’s conclusion will be that tolerance is not a crime when applied to evil, but rather evil when applied to crime …

2. Prize: Marcos Falcone
Abstract

Does Tolerance Become a Crime When Applied to Evil? Yes, When the Government Shows Up. Though free, pluralistic societies develop continuously without a shared hierarchy of particular ends, this does not take into account what such a system exists for in the first place. Its goals, this paper argues, must be analyzed in order to answer the question of whether ‘tolerance’ becomes a crime when applied to evil. Such an analysis, in turn, can be made more complex by applying the question to individuals or governments. It can be concluded that, while no individual could ever be charged with a crime of the sort, governments certainly can be, according to their own rules, if their citizens’ freedoms become impaired by policy-making based on ‘tolerance’ …

3. Prize: Richard Mason
Abstract

Legal Tolerance, Non-legal Intolerance, and the Marketplace of Ideas | The debate over tolerance and its place in democratic society has made a strong comeback in recent years. With politics in society becoming ever more dominated by the influences of the ‘Alt Right’ and ‘Alt Left’ calls for the punching of nazis¨ and shifts towards tribal argumentation we are once more forced to reexamine Western society’s approach to free speech, democracy and toleration of extreme ideas. Must we be intolerant of intolerant ideas if we are to preserve our tolerant society? Is freedom of speech still a guaranteeable right? Through analysis of key philosophical approaches to tolerance application of economic principles to theories of tolerations¨ and analysis of contemporary and historical examples this paper aims to demonstrate how a combination of legal toleration and non-legal intolerance provides an effective buttress against intolerance without the need to infringe on fundamental rights …

Vernon Smith Prize 2017 – Call for Papers!

Vernon Smith Prize 2016 Call for Papers
Does Tolerance become a crime when applied to evil? Vernon Smith Prize 2017.

Call for Papers!

The 10th International Vernon Smith Prize for the Advancement of Austrian Economics is an essay competition sponsored and organized by ECAEF European Center of Austrian Economics Foundation, Vaduz (Principality of Liechtenstein). This years’ topic:


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


|- First Prize EUR 4,000 -|

|- Second Prize EUR 3,000 -|

|- Third Prize EUR 2,000 -|

Advanced by the ‘ends-independent’ market process, free pluralistic societies developed without a shared hierarchy of particular ends. Once we agree on the rules, we need not agree on the goals as markets enable us to disagree peacefully while we pursue our own way. However, to sustain this kind of ’means- but not ‘ends-connected’ society, we must be willing to tolerate differences with others and we have to recognize that our freedom to achieve our ends comes at the cost of allowing others the same, even if we find those ends distasteful.


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


ECAEF invites papers on this topic which meet the following requirements:

1: Entries may be submitted by individuals of up to 30 years (in 2017).

2: Entries may not exceed 12 pages; 1.5 spacing; left/right margins no less then 1 inch; full bibliography and a 1/2 page summary (abstract) must be included.

3: Entries must be submitted in English in electronic form (PDF) to krl@ecaef.li and must include an abbreviated CV, featuring DoB, education, and current position.

4: Entries must be received on or before November 11, 2017.

5. It is mandatory that all prize winners participate in the award ceremony in Vaduz Prizes are not transferable and will be awarded on the basis of originality, grasp of subject, and the logical consistence of the argument.

Essays will be judged by an international jury and the winners will be invited to present their papers at a special event in Vaduz, Principality of Liechtenstein, in February, 2018. First Prize €4,000 – Second Prize €3,000 – Third Prize €2,000.