Für etwas mehr Mut und Toleranz

In Europa hat sich ein Sicherheitsdenken etabliert, das in einer kleinen Fehlertoleranz mündet und die Innovationsfähigkeit hemmt. Es bräuchte wenig, um hier etwas zu bewegen.
In Europa hat sich ein Sicherheitsdenken etabliert, das in einer kleinen Fehlertoleranz mündet und die Innovationsfähigkeit hemmt. Es bräuchte wenig, um hier etwas zu bewegen.

Von Michael von Liechtenstein
(Finanz und Wirtschaft, 3. 12. 2016, Seite 3)

Es gibt in Europa viele bedeutende Universitäten, Think Tanks und führende Forschungsteams. Auch ist die Bereitschaft, wissenschaftliche Forschung mit viel Geld zu fördern, hoch. Sobald aber Forschungsergebnisse vorliegen, stottert der Kapitalmotor, und die Umsetzung in innovative Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse rückt in weite Ferne, obschon das Finanzkapital vorhanden ist. Warum ist dem so?

Das Wohlstandsniveau in unseren Breitengraden ist hoch. Entscheidende Treiber dafür waren eine liberale Wirtschaftsordnung, Fleiss, hoher Arbeitseinsatz, Mut und Toleranz. Im Zuge der Wohlstandsentwicklung aber hat sich nach und nach eine ausgeprägte Risikoscheu etabliert, aus der ein dichtes Netz an Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften gewoben wurde. Ein vermeintliches Sicherheitsnetz, das allen negativen Eventualitäten, die den Status quo gefährden könnten, begegnen soll. In der Konsequenz aber gefährdet heute genau dieses Sicherheitsnetz das Wohlstandsniveau. Warum? Weil die für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Wohlstandsniveaus unabdingbare unternehmerische Freiheit und innovative Kreativität in einem solch engmaschigen Ge echt keine Luft mehr haben …

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Für etwas mehr Mut und Toleranz (PDF, 3.5MB)