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Austrian School of Economics

Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre Folge gescheiterter Globalisierung

… Nachkriegsfolgen und der Untergang von Demokratien im Lichte konkurrierender Erklärungen.

von Ekkart Zimmermann (München)

Vorgetragen auf der Konferenz Nach dem Großen Krieg. Vom Triumph zum Desaster der Demokratie 1918/19-1939
Hannah-Arendt-Institut, 6. 10. 2014

I. Einleitung
Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie hat Kurt Lewin (1952:169) einmal gesagt. Ob und inwieweit dieser Rat auch in der Geschichtswissenschaft angekommen ist, kann angesichts des neuesten Historikerstreits um die Entstehung des Ersten Weltkriegs erneut bezweifelt werden.
Hier geht es darum, hoffentlich wichtige theoretische und empirische Befunde aus der vergleichenden Forschung über die Große Depression der 30er Jahre und ihre Folgen vielleicht zum „ersten Mal“ einigen Historikern und anderen deutschsprachigen Lesern kurz vorzustellen. Welche Schlüsse daraus gezogen werden, bleibe dahingestellt.
Es läge nahe, hier auf Mängel im jetzigen Historikerstreit über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs einzugehen, wie die Vermischung von Strukturargumenten mit intentionalem Handeln im Sinne von strategischen spieltheoretischen Alternativen, damit verbundenen Risiken und möglichen Gewinnen, und beigemischten volkspädagogischen Erziehungsmotiven (Beibehaltung, Einschränkung oder Revidierung der Alleinschuldthese Deutschlands). Im Kern handelt es sich jeweils um Mängel in einem klar angelegten vergleichenden Untersuchungsplan (Zimmermann, 2014). Dies gilt vorrangig für das entsprechende deutschsprachige historische Schrifttum.

weltkrise-zimmermannAbbildung: Ein vereinfachtes Kausalmodell einiger (Fehl-)Beziehungen zwischen Prinzipal, Banken und Zentralbank.

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True Entrepeneurship Happens in Free Market Economies

Address by Herman Mashaba* at the Inaugural Herman Mashaba Lecture on Entrepreneurship at Central University of Technology, Bloemfontein (South Africa) in November 2014.

Just over two years ago I received a surprise call from this university with the notice to award me with an Honorary Doctorate in Business Administration by the Faculty of Management Sciences. Now two years later, another total surprise to start an annual Herman Mashaba Lecture on Entrepreneurship. I feel particularly honoured and humbled by this recognition. This annual lecture dedicated to the promotion and development of entrepreneurship could not have come at the better time in the short history of our new country. Entrepreneurship, in particular the promotion of small business development, is something I have dedicated the latter part of my life to. Something I hope my country South Africa will accept and embrace, is the fact that true entrepreneurship happens in free market economies. These true entrepreneurs are the potential engines to propel and steer our economy to arrest the three major challenges of high unemployment, poverty and inequality being faced by our country.

Entrepreneurs are innovators and they cannot function in a constricted, highly regulated environment. They need the freedom to try new things, to experiment, and to challenge entrenched methods of doing business. In order to function properly, they need a free market economy. Personal choice is one of the most important characteristics of a free market economy. To anyone living in a free economy, choice is taken for granted. Under an authoritarian regime, such as apartheid, choice is one of the main casualties. Such important matters as where to work, what school to attend, what work to do, who to socialise with, who to marry, who to employ, were all taken away! The limitations on choice were endless. The increase in choices since the transition to democracy are also endless. We must protect those choices, not only for ourselves but for all South Africans. We must not allow bureaucracy and unnecessary laws and regulations to chip away at our freedom of choice.

Voluntary exchanges with others are a vital aspect of a free market economy. Buying, selling, exchanging in many different ways. There again our exchanges were limited under apartheid. Some had more exchange rights than others but if everyone is not free to exchange, then none are really free to exchange. Our exchanges can be with local or foreign parties, in respect of goods, services, labour and an infinite variety of other interactions. In every case we must protect our rights to freely exchange with others. Freedom to enter and compete in markets is an important factor in a free market economy. When I started my business career as a door to door salesman in the 1980’s, I was restricted by apartheid legislation, in particular the pass laws and group areas acts, where I could sell. These limitations were severe. I was fortunate that I found my way around these limitations, but it taught me that such rules impact severely on the people, and are not part of a free economy. Whatever the nature of the market, whether local or foreign, there must be freedom of entry.

Protection of people and their property from aggression by others is a crucial aspect of a free market economy. This means a well-trained and dedicated police force that carries out its functions efficiently and correctly. It also means that there must be efficient and well-functioning law courts to dispense justice and adjudicate on disputes. The rule of law must be applied, which means that the law must be applied equally to everyone, including government. You will realise that what I am describing as a free market economy is a well-structured environment in which individuals can function fully and freely, enjoy maximum personal choice, without unnecessary imitations, as long as they respect the right of others to enjoy the same rights …  continue reading ->  PDF


* Herman Mashaba is Herman Samtseu Philip Mashaba is Director of Liberty Lane Trading at Assessment College of South Africa (Pty) Ltd. He also serves as Chairman, CEO and Director of several other enterprises. In 1985 he founded the Cosmetics Company “Black Like Me”.

Rettet Europa vor der EU

Rettet Europa vor der EU | Mit einem neuen Buch versetzt Carlos A. Gebauer die EU-Turbos in einen Schockzustand. Anhand einer detaillierten und tiefgründigen Analyse der EU-Vertragswerke zeigt er auf, dass die EU das pure Gegenteil des selbst deklarierten “Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts ist”. Die bürgerlich-konservative Zeitung “Schweizerzeit” veröffentlichte kürzlich ein Interview mit dem Autor des Buches “Rettet Europa vor der EU”, Carlos A. Gebauer. Hier einige Auszüge:

“Schweizerzeit”: Herr Gebauer, Ihr neustes Werk trägt den Titel «Rettet Europa vor der EU – Wie ein Traum an der Gier nach Macht zerbricht». Von welchem Traum ist hier die Rede?

Carlos A. Gebauer: Die Völker Europas haben allesamt spätestens nach 1945 davon geträumt, ihren kleinen Kontinent aus seinen ewigen Konfrontationen herauszuführen und ihn in einen Raum der friedlichen Kooperation zu verwandeln. An die Stelle des wiederholt mörderischen, destruktiven Gegeneinanders sollte ein humanes, konstruktives Miteinander treten, mindestens im Bereich diesseits des seinerzeitigen Ostblocks.

“Schweizerzeit”: Und die EU steht diesem Traum im Weg?

Carlos A. Gebauer: Ich fürchte, die Idee einer politischen Einigkeit in Europa hat sich ungut verselbständigt. Die gegebenen organisatorischen und sprachlichen Barrieren zwischen den Ländern haben einer über Ländergrenzen hinweg gewachsenen politischen Elite erlaubt, jenseits öffentlicher Kontrolle über Jahrzehnte hinweg eigene, unangreifbare Machtstrukturen zu etablieren. Je grösser eine errungene Macht allerdings ist, desto schlimmer korrumpiert sie bekanntlich … Weiterlesen -> Schweizerzeit

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Hauptsache alle Menschen sind gleich arm

Hubert Milz kommentiert Pikettys Buch “Das Kapital im 21. Jahrhundert”

Erstes Verständnis des Buches und Kritik – Allgemeine Vorbemerkungen. Auf einem Symposium des Lord Acton Kreises – einem lockeren Kreis von wirtschaftsliberal orientierten Katholiken – im vergangenen Herbst in Wien wurde Thomas Pikettys Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ eingehend analysiert und einer systematischen Kritik unterzogen. Als Grundlage dienten unter anderem zwei Texte, die sich mit den Thesen Pikettys aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie (Austrian School of Economics) auseinandersetzen. Der eine Text stammt von George Reisman aus Los Angeles, einem Schüler von Ludwig von Mises. Der Text ist als kindle-Buch unter dem Titel „Piketty’s Capital: Wrong Theory Destructive Program“ erhältlich. Der andere Text stammt von Juan Ramón Rallo, Direktor des „Instituto Juan de Mariano“ in Madrid – eine online publizierte Artikelserie in spanischer Sprache mit dem Titel „Leyendo a Piketty“. Mein folgender Bericht fasst die Hauptergebnisse der kritischen Auseinandersetzung zusammen, wie sie während des Wiener Symposiums erarbeitet wurden. Ich beginne mit einigen allgemeinen Bemerkungen zum Piketty-Problem, die mehr oder weniger durchgehend für alle Kapitel des Buches Geltung haben.

Ganz offensichtlich ist für Piketty die Ungleichheit der Vermögens- und Kapitalverteilung das Problem per se. Piketty ist der Meinung das größere Ungleichheiten in der Vermögensverteilung untragbare soziale Spannungen und Verwerfungen verursachen müssen. Außerdem ist Piketty der Ansicht, dass Kapitalgewinne grundsätzlich ohne jegliche Leistung entstehen und demzufolge schon an und für sich moralisch verwerflich sind. Pikettys Begründungen für diese Annahmen sind m. E. mehr als nur anfechtbar.
Piketty will seinen Standpunkt mit Hilfe der Menschenrechtserklärung der „Französischen Revolution“ verdeutlichen, indem er als Motto für sein Buch den 1. Artikel der „Erklärung der Menschenrechte“ der „Französischen Revolution“ von 1789 wählt: „Gesellschaftliche Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein.“ Trotz dieses Mottos spielt für Piketty der allgemeine Nutzen nur eine verschwindend kleine Nebenrolle, eine Statistenrolle! Piketty zeigt nur an einem Drittel der Kokarde „Liberté, Égalité, Fraternité“ der „Französischen Revolution“ Interesse – und dies ist die „Égalité“. Auch wenn Piketty dies nicht explizit anmerkt, nach meinem Empfinden ist sein Ziel die Gleichmacherei und keineswegs die Gleichheit.
Piketty hat seine Geschichte allerdings in einem sehr suggestiven Stil formuliert, so dass darauf zu achten ist, beim Lesen nicht von diesem Sog eingefangen zu werden und das Buch dann unkritisch und unaufmerksam zu lesen.
Piketty arbeitet bezüglich der Erfassung und Darstellung seiner Geschichte mit einem umfangreichen empirischen Material. Ein Material, welches nach Möglichkeit das weltweite Vermögen mittels statistischer Diagramme spiegeln soll. Oftmals zeigen Piketty Diagramme jedoch nur die Daten von wenigen Ländern, und er argumentiert häufig nur mit französischen Daten, weil insbesondere in Frankreich die Steuerbehörden schon im 18. Jahrhundert mit der Erfassung von Vermögen begonnen haben. Seine statistischen Zeitreihen sind vielfach zumindest unsauber in der Methodik; denn er kombiniert in seinen Schaubildern sehr oft gänzlich unterschiedliche Zeitreihen miteinander.
Zwischen Kapital und Vermögen wird bei Piketty nicht unterschieden, sondern er weist explizit daraufhin, dass er Kapital und Vermögen der Einfachheit halber synonym verwenden wird.
Piketty formuliert etliche Annahmen, mit denen er jongliert, ohne dass er sich dabei festlegt; denn er relativiert seine Annahmen ständig: „Es kann so sein … es kann auch anders sein“. Im Grunde nimmt Piketty jedwede Annahme, die er irgendwann im Text aufgestellt hat, an irgendeiner anderen Stelle des Buches wieder zurück bzw. weicht seine Behauptungen durch Relativierungen wieder auf. Somit hält sich Piketty geschickt sämtliche Optionen für eine Diskussion offen; denn er ist dadurch regelmäßig in der Lage der Kritik an irgendeiner seiner Annahmen durch Verweis auf seine relativierenden Nebenbemerkungen auszuweichen.
Nichtsdestotrotz, in der Zusammenschau auf das ganze Buch ist der „rote Faden“ doch klar zu erkennen. Piketty verficht vehement eine rigorose Umverteilung des privaten Kapitals bzw. des privaten Vermögens: Dies ist Pikettys höchstes Ziel, wobei ihm das oben erwähnte Motto zum Allgemeinwohl m. E. im Grunde genommen völlig gleichgültig ist.
Mit Blick auf das 19. Jahrhundert gibt es für Piketty nur drei Ökonomen, die ideengeschichtlich erwähnenswert sind: Thomas Robert Malthus, David Ricardo und Karl Marx. Denn diese drei „klassischen Ökonomen“ haben für Piketty die richtigen Fragen zur Verteilung, zum Arbeitslohn und zur Grundrente gestellt. Doch alle drei haben – gem. Piketty – zwar die richtigen Fragen, aber die falschen Antworten gegeben. Die beste Note erhält Marx von Piketty; denn dieser habe die „Tiefenstruktur“ des Kapitalismus entdeckt. Piketty selbst ist kein „klassischer Ökonom“, sondern steht – dies sieht man an etlichen Textstellen – auf dem Boden der neoklassischen Theorie des „Allgemeinen Gleichgewichts“.
Piketty betont, dass er die Planwirtschaft des sog. real existierenden Sozialismus, der 1989/90 unterging, ablehnt. Piketty zeigt jedoch seine Sympathien für Etatismus, Interventionismus und Sozialdemokratismus ziemlich deutlich und offen. Auch Pikettys Sympathien für den ursprünglichen Karl Marx springen beim Lesen geradezu in die Augen.
Vermögende Leute bzw. Kapitalisten sind für Piketty nur „Rentiers“. Piketty verweist dazu gerne auf die Romane von Jane Austen oder Honoré de Balzac, die für ihn die Welt der vermögenden „Rentiers“ im 19. Jahrhundert realistisch geschildert haben. Piketty selbst, so suggeriert dies sein Stil, erzählt seine Geschichte vornehmlich so, als ob die Welt der „Rentiers“ des 19. Jahrhunderts auch die Welt des 21. Jahrhunderts wäre.

Kritische Hinführung zu den Kernaussagen Pikettys

Die Hauptthese Pikettys ist, dass im Kapitalismus die Kapitalrendite (r) langfristig das Wirtschaftswachstum (g) übersteigt => r > g, so lautet Pikettys Grundformel. Dabei wird „r“ für Piketty durch die Grenzproduktivität des Kapitals bestimmt.
Pikettys Ausführungen zur Grenzproduktivität des Kapitals sind eindeutig „neoklassisch“. Das neoklassische Standard-Modell ist so angelegt, dass im Modell eine Sicht verankert ist, die dauerhafte Produktionsmittel mit einem homogenen Kapitalstock impliziert, der sich stets wie von selbst erneuert. Dies ist nicht die Sichtweise der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“; schon Eugen von Böhm-Bawerk wandte sich gegen diese Sicht eines homogenen und sich wie von selbst stets neu regenerierenden Kapitalstocks, der als solcher Zinsen abwirft. In Anlehnung an Böhm-Bawerk kann man eine solche Kapital- und Kapitalzinstheorie nur als ‚mystisch‘ und ‚statisch‘ bezeichnen. Kapital ist mit unternehmerischer Kreativität einzusetzen, um einen Zins abzuwerfen – einen automatischen Zins des Kapitals gibt es nicht. Die Kapitalrendite und auch die Zinsen hängen nicht von der Grenzproduktivität des Kapitals ab, sondern sind abhängig von der Zeitpräferenz der einzelnen Menschen und deren Bereitschaft unternehmerische Risiken einzugehen. In der mystischen Kapitaltheorie der neoklassischen Chicagoer Schule verortete Friedrich August von Hayek – ein weiterer Vertreter der „Österreichischen Schule der Ökonomie“ – die Basis des Keynesianismus‘. Der Chicagoer Schule und den Keynesianern warf Hayek vor, dass ihre ökonomischen Ansätze ohne Nutzen sind, da es ihnen an einer systematischen Kapitaltheorie mangele. Diesen Vorwurf kann man mit Fug und Recht auch auf Piketty anwenden.

Das Kapital-Einkommens-Verhältnis symbolisiert Piketty als β. Gemäß Piketty beläuft sich  β.  in den reichen Staaten, also den alten, saturierten Industriestaaten auf „6 zu 1“. Das akkumulierte Kapital hat demnach einen Wert, der sechsmal höher ist als das jährliche Nationaleinkommen.
Dieses Verhältnis spiegelt nur die Kapitalausstattung einer Volkswirtschaft; eine Aussage bezüglich bestehender Ungleichheiten lässt sich aus einem solchen Verhältnis keineswegs ableiten. Etwas, was auch Piketty selber zugesteht.
Die Art und Weise jedoch, in der Piketty diesen Umstand beschreibt, soll dem Leser suggerieren, dass in diesem Verhältnis eine der wesentlichen Quellen der – für Piketty ungerechten – Ungleichheiten zu finden ist.
Die Begründung bleibt Piketty schuldig; diese kann er auch nicht erbringen, weil gerade eine wettbewerbsfähige, technisch gute und stattliche Ausstattung einer Volkswirtschaft mit produktivem Kapital gleichfalls eine Grundbedingung für eine allgemein gute Versorgung der Bevölkerung mit Gütern bildet – schon hier blendet Piketty die „allgemeine Wohlfahrt“ aus, konkret: Gerade die mannigfaltigen Wohlstandsgewinne, die der „Kapitalismus“ für die untersten Schichten der Gesellschaft erzeugt hat. Vielmehr versucht Piketty durch Stil und Wortwahl den Leser in Gegnerschaft zum Kapital zu bringen.

Piketty stellt zwei Grundgesetze des Kapitalismus auf:

1. Grundgesetz => (α = r . β), „α symbolisiert den Anteil der Kapitaleinkünfte am Nationaleinkommen. Dass dieses Grundgesetz eigentlich nur eine „rein rechnerische Gleichheit“ und „Tautologie“ ist, räumt auch Piketty ein.

2. Grundgesetz => (β = s / g); „s“ ist bei Piketty die Sparquote. Demnach ist das Kapital-Einkommens-Verhältnis determiniert durch die Sparquote und Wachstumsrate.
Piketty unterscheidet nicht zwischen Kapital und Vermögen. Ob er dabei tatsächlich die Netto-Vermögen ohne Schulden meint ist ziemlich fraglich, auch die Wirkungen und Folgen des Leverage-Effektes werden von Piketty außen vorgelassen. Zu diesem Effekt das Beispiel Immobilienmarkt: Wenn Immobilien als Sicherheit dazu dienen neue Kredite, zu generieren, um damit wiederum Immobilien zu erwerben, die wiederum als Sicherheit für weitere Kredite herhalten, so ergibt dies eine vermehrte Nachfrage, die die Immobilienpreise ansteigen lässt. Dies sind jedoch nur „Bubbles“ auf Immobilienvermögen in Folge des Schuldenmachens, und es scheint nur so, als ob die „Reichen“ reicher würden.
Humankapital rechnet Piketty nicht zum Kapital. Humankapital kann es gemäß Piketty nur geben, wenn es Sklaven gibt, die auf Sklavenmärkten gehandelt werden. Auch hier versucht Piketty den Leser auszutricksen; Humankapital steht eben nicht eindimensional für die Sklaverei, sondern für das vielfältige Wissen und Können des erwerbstätigen Menschen. Gerade das Humankapital erzielt weltweit hohe Anteile am Einkommen.
Die vom Eigentümer selber genutzte Wohnung rechnet Piketty zum Kapital, obwohl diese Wohnung zu den langlebigen Konsumgütern zu rechnen ist. Dadurch, dass Piketty den Kapital- und Vermögensbegriff synonym verwendet, wird es ihm leichtfallen, hier den Beifall von „Otto Normalverbraucher“ zu erhaschen; denn dieser zählt sein Häuschen, für das er in der Regel hart arbeiten und sparen musste, korrekt zu seinem privaten Vermögen. Durch diesen Trick schafft es Piketty auch, die „Eigenmiete“ dem Kapitaleinkommen zuzuschlagen. Dabei ist die „Eigenmiete“ nichts weiter als eine Ausgabe für den Werterhalt der eigenen Wohnung – also Konsum. Anzumerken ist, dass in verschiedenen Staaten die finanzpolitischen Raubritter eine fiktive „Eigenmiete“ zum Einkommen des Nutzers des Eigenheims hinzuschlagen, um ein Mehr an Einkommenssteuer abpressen zu können.
Ebenfalls zählt Piketty den Wertzuwachs bei Immobilien oder Aktien zum Kapitaleinkommen, ohne dabei die Wirkungen der Vermögensblasen korrekt herauszunehmen, deren Ursachen grundsätzlich in der staatlichen Wirtschaftspolitik – ganz besonders in der expansiven Geldpolitik und der aufgeblähten Staatsverschuldung – zu finden sind. Die Wirkungen solcher Blasen werden eigentlich nicht nur nicht von Piketty herausgerechnet, sondern mittels geschickter, verschleiernder Formulierungen blendet Piketty aus, dass die Wirkungen solcher – von der Politik erzeugten – Blasen gänzlich unterschiedliche Personen betrifft: Gewinner und Verlierer der durch die staatliche Politik erzeugten Blasen sind eben nicht dieselben Personen.
Die Akkumulation des Kapitals ergibt sich für Piketty ganz einfach durch die Addition der Vergangenheitswerte des Kapitals – eine rückwärtsgerichtete Betrachtung. Doch eine solche Betrachtung ist falsch; denn der heutige Wert des Kapitals wird durch die zukünftig zu erwartenden Renditen determiniert – und eben nicht durch Pikettys Additionen der Werte der Vergangenheit. Piketty berücksichtigt nicht, dass der Wert von Kapital aufgrund der erwarteten zukünftigen Renditen zu bemessen ist; diese zukünftige Rendite hängt aber stark vom technologischen Wandel ab, deshalb kann man in einer langfristigen Betrachtung – die Piketty ja macht – nur schwer im Allgemeinen sagen, wie viel ein Kapitalstock heute wert ist. Seine richtige Bewertung und Nutzung und entsprechend hohe zukünftige Renditen ist gerade eine unternehmerische Leistung, die aber von Piketty geleugnet bzw. ausgeklammert wird.
Piketty verkennt generell den Zusammenhang zwischen Kapitalakkumulation und technologischer Innovation (in beiden Richtungen); damit technologische Innovationen implementiert werden

Bei Piketty hängt der Anteil der Kapitaleinkünfte am Nationaleinkommen von zwei Faktoren ab: Von der Höhe des im Laufe der Zeiten akkumulierten Kapitals (β = s / g) und der Substitutionselastizität von Kapital und Arbeit. Piketty setzt eine Elastizität von 1,3 bis 1,6 an.
Aus dieser Annahme ergibt sich, dass der Anteil des Kapitals am Nationaleinkommen durch stetig wachsenden und höheren Kapitaleinsatz steigen wird. Kapitalisten brauchen nur beständig mehr zu investieren – und die hohe Elastizität sorgt dafür, dass durch den vermehrten Kapitaleinsatz die Abnahme der Grenzproduktivität des Kapitals geringer ausfallen wird.
Stetig sich erhöhende Investitionen der Kapitalisten bedeuten für Piketty, dass die Kapitalisten auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung einen immer größer werdenden Anteil am Nationaleinkommen erhalten. Und dies auch bei verschiedenen Konstellationen von Ersparnis („s“) und Wachstum („g“): Kapital kann die Arbeit leicht ersetzen; das 2. Grundgesetz Pikettys erzeugt, bei einem – gemäß Pikettys Annahme –sehr kleinen „g“, eine Art Schubkraft zur Steigerung des Anteils des Kapitals am Nationaleinkommen. Für Piketty brauchen die Kapitalisten nur das Kapital wachsen zu lassen, die Hände in den Schoß zu legen und zuzuschauen, wie ihre Einkommen ständig auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zunehmen.
Eine solche Gesellschaft mit derartigen „Rentiers“ widerspricht – so Piketty – allen Prinzipien, die sich an Leistung und Verdienst orientieren. Dies sind für Piketty Ungerechtigkeiten, die unbedingt zu beseitigen sind, und zwar durch den Einsatz von fiskalischen Maßnahmen, sprich Steuern.
Piketty fordert weltweite Einkommenssteuersätze mit Grenzsteuerbelastungen von über 80%. Flankiert werden müsse die Wirkung solcher Steuersätze auf die Einkommen mittels einer progressiven Kapital-/Vermögenssteuer.
Einen weiteren Hebel zur Gleichmacherei der Vermögen findet Piketty in dem Instrumentarium der Erbschafts-/Schenkungssteuern. Ererbte Vermögen sind Piketty sowieso ein Dorn im Auge, da diese die Erben ungerechtfertigt zu arbeitslosen Einkommen verhelfen. Unter Anlehnung an Émile Durkheim findet sich auch bei Piketty bezüglich der Möglichkeiten Vermögen zu vererben mehr oder weniger die Ansicht, dass die Verfügungsrechte über das persönliche Eigentum mit dem Tode enden oder doch stark einzuschränken sind. Deshalb empfiehlt Piketty Erbschaftssteuern, die im längerfristigen Resultat fast konfiskatorische Wirkung haben würden.
Wie schon gesagt, Pikettys Sichtweise des Kapitals ist eine neoklassische Sicht. Explizit verwirft Piketty die Zeitpräferenztheorie. Nichtsdestotrotz – und dies ist typisch für Piketty in diesem Buch –, wenn es ihm passend erscheint, dann argumentiert er mit der Zeitpräferenztheorie, z. B. hängen etliche seiner Ausführungen an einer neoklassischen Produktionsfunktion, die ganz eindeutig die Zeitpräferenztheorie enthält und diese damit akzeptiert.
Die neoklassisch-keynesianische Kritik an Piketty äußert sich z. B. darin, dass bestritten wird, dass die Substitutionselastizität von Kapital und Arbeit zwischen 1,3 und 1,6 liegt. Diese Kritik führt an, dass die Resultate empirischer Untersuchungen regelmäßig zu einer Substitutionselastizität gelangen, die kleiner als „1“ ist. Diese empirischen Untersuchungen sind kurz- bzw. mittelfristiger Art. Piketty jedoch unterstellt eine Substitutionselastizität von größer „1“ für die lange Sicht. Dieser Ansicht werden Vertreter der „Österreichischen Schule“ schwerlich widersprechen. Doch nur bei diesem Punkt; denn Pikettys Gesellschaft der kapitalistischen Rentiers blendet die unternehmerische Leistung völlig aus. Erst das Eigentum an Kapitalgütern, das kreativ und unternehmerisch zum Einsatz kommt – also beispielsweise technischen Fortschritt risikobereit nutzt, vermittelt ein positives Einkommen. Leistung und Verdienst der handelnden Menschen sind bei Piketty völlig abgemeldet; stattdessen erzählt er dem Leser die Geschichte des bequemen, faulenzenden Rentiers, dessen Kapital sich wie von selbst vermehrt und Zinsen abwirft.
Pikettys Pläne für eine weltweite konfiskatorische Besteuerung der Einkommen, Erbschaften und Vermögen kann, falls solche Pläne politisch umgesetzt würden, nur die Motivation aller handelnden Menschen hemmen, egal ob Kapitalist oder Arbeiter. Dazu ein etwas utilitaristisches aber doch historisch treffendes Beispiel. Wenn in der Menschheitsgeschichte naturbelassenes Land urbar gemacht wurde, haben an der Kultivierung des Bodens oft drei Generationen einer Familie wie Sklaven gearbeitet, damit die vierte Generation die Früchte dieser freiwilligen Sklaverei genießen konnte. Glaubt Piketty wirklich daran, dass bei Realisierung seiner Erbschaftssteuersätze irgendwer eine derartige Plackerei auf sich genommen haben würde?

Ein anderes Feindbild stellen für Piketty die „Supermanager“ dar, die mit ihren irrwitzigen Zig-Millionen-Gehälter die Aktiengesellschaften ausplündern. Solche Millionengehälter sind für Piketty offensichtlich unanständig, solche „Supermanager“ schädigen die Firmen, bei denen sie beschäftigt sind.
Oha, plötzlich sind es nicht die Kapitalisten, die z. B. in Form von Aktien-Dividenden die arbeitende Bevölkerung schädigen, sondern die „Supermanager“ plündern die Aktionäre aus. Umkehrung der Verhältnisse?
Piketty verschleiert auch in diesem Strang verschiedene Punkte. „Supermanager“, die durch ihr Agieren einer Aktiengesellschaft auf Dauer keinen nachhaltigen Erfolg erwirtschaften, werden durch Aufsichtsräte und Aktionären abgestraft werden. Und selbst da, wo es wirklich so scheint, als ob der „Supermanager“ die Firma ausplündert, liegt dies vielfach nicht an der Dummheit der Aktionäre, sondern an gesetzlichen Rahmenbedingungen, die der „Supermanager“ zu seinem Vorteil und zum Schaden der Eigentümer einer Firma nutzen kann.

Pikettys Ausführungen zu den generell relativ hohen Schulden der Staaten wirken etwas lächerlich. Für Piketty haben die Staaten so hohe Schulden, weil die Menschen sparen. Die institutionellen Anleger – z. B. Versicherungen –, die die Spargroschen verwalten, zwingen nun die Regierungen dazu Schulden zu machen, sprich Anleihen aufzulegen, die jene institutionellen, kapitalistischen Sparer kaufen wollen, um Zinsen auf die Anleihen zu kassieren.
Nach Piketty tragen also die schlimmen kapitalistischen Rentiers die Schuld an den viel zu hohen Staatsschulden.
Ernstnehmen sollte man solche Auslassungen nicht. Die Schulden, die regierende Politiker über Jahrzehnte aufgehäuft haben, dienten und dienen in der Regel dazu die Wahlversprechen zu erfüllen, die irgendwelchen partikularen Interessen irgendwelcher Bevölkerungsgruppen während der Wahlkämpfe gemacht worden sind. Dabei zwingen vielmehr die regierenden Politiker die institutionellen Anleger dazu – mittels subtiler gesetzlicher Rahmensetzung – die Staatsanleihen zu zeichnen und ins Portfolio zu übernehmen. Ein rational denkender Mensch scheut eher den Staat als Schuldner; denn wie die Geschichte des Staates zeigt: Der Staat ist kein guter Schuldner, der Staat war oftmals sogar ein gefährlicher Schuldner.

Pikettys Formel des Nationaleinkommens resultiert nur aus dem Einsatz von Kapital und Arbeit; doch so simpel ist es nicht. Schon in den 1950er Jahren wurde in empirisch-ökonometrischen Untersuchungen festgestellt, dass der Einsatz von Arbeit und Kapital höchstens zu 15% die Höhe und das Wachstum des Nationaleinkommens erklären kann.
Hinge dies wirklich nur an Arbeit und Kapital, so hätte gerade der Stalinismus höchst erfolgreich sein müssen, denn insbesondere Stalin steigerte die Investitionen und den Einsatz von Arbeit in seinem Machtbereich enorm – trotzdem fiel die UdSSR hinter dem Westen zurück.
Die Antwort der Frage nach dem „Warum“ ist in den Interaktionen und gesellschaftlichen Institutionen verankert. Herrschen Rechtsstaatlichkeit Rechtssicherheit, Vertragssicherheit etc. in einer Gesellschaft, dann kann man mit dem Analyse-Instrumentarium der Institutionenökonomie zeigen, dass Wachstum und Wohlstand in einem solchen verlässlichen Ordnungsrahmen gedeihen – Arbeit und Kapital sind wichtig, aber eben nicht alles, sondern nur ein kleiner Teil der Erklärung des wirtschaftlichen Wachstums.
Eine Folge der „päpstlichen Revolution“ des 11. Jahrhunderts (Papst Gregor VII. versus Kaiser Heinrich IV.) war gewesen, dass die von Papst Gregor VII. eingeleitete Kirchenreform und die Wiederentdeckung des Römischen Rechts zur Systematisierung des kirchlichen und weltlichen Rechts führte und der Etablierung einer rationalen und ordnenden Verwaltung in kirchlichen und weltlichen Angelegenheiten Schubkraft verlieh. Durch die Systematisierung des Rechts wurden Vertragssicherheit und Rechtssicherheit die Wege geebnet. Der Dualismus zwischen der geistlichen und weltlichen Macht war eines der wesentlichen Kristalle, die Europa hin auf den Pfad zu Rechtsstaatlichkeit, Aufklärung, Freiheit und Markt führten – hier finden sich Wurzeln des Wandels durch Handeln.
Dieser Weg war natürlich im 11. Jahrhundert nicht etwa geplant gewesen. Nichtsdestotrotz, damals wurde ungewollt der Boden für diesen Weg bereitet. Der Weg zu Freiheit und Rechtsstaat, in welchem die Menschen ihr Recht auch gegenüber dem Staat vor den Gerichten erfechten können, verlief spontan – nicht nach einem menschlichen Plan. Also genau in der Art, wie dies von großen liberalen Denkern wie Alexis de Tocqueville, Lord Acton und Friedrich August von Hayek in ihren Werken herausgestellt worden ist. Nur dieser Weg ermöglichte es, dass „Markt und Recht“ in Europa in den letzten 200 Jahren den allgemeinen Wohlstand und die individuelle Wohlfahrt so ungeheuer steigern konnten, so dass der einfache Arbeiter heutzutage komfortabler lebt als ein Feudalherr in früheren Zeiten.
Eine Umsetzung der Forderungen Pikettys käme einem außerordentlichen Bruch dieser Rechtstradition gleich. Rechts- und Vertragssicherheit würden nicht weiter gegeben sein, das Eigentum ein Spielball der politisch Mächtigen und die materiellen Rechtstitel würden zu leeren, bloß noch formalen Hülsen veröden.

Fazit – die eigentliche Botschaft des Buches:
Piketty geht es in seinen Ausführungen nicht um die Bekämpfung der Armut; nicht um Hebung des allgemeinen Wohlstandes; nicht um die Verbesserung der individuellen Wohlfahrt, insbesondere der Herausführung der Ärmsten der Armen aus Elend und Not; sondern nur um Egalitarisierung der „individuellen Vermögen“. Wobei es Piketty offensichtlich – dies ist zumindest implizit die Basis seiner Auslassungen – völlig gleichgültig ist, ob dadurch das „allgemeine Wohl“ sinkt; Hauptsache alle Menschen sind gleich arm – das „Recht auf Ungleichheit“ wird von Piketty grundsätzlich abgelehnt. Er fragt sich nicht, ob die Ungleichheit, wie sie durch Kapitalakkumulation geschaffen wird, vielleicht nicht doch von allgemeinem Nutzen ist und letztlich den Wohlstand aller Gesellschaftsschichten anhebt (und damit gerade der Französischen Menschenrechtserklärung entspricht). Und wie gesagt blendet er vollkommen die Frage aus, ob solche Akkumulation von Kapitalwerten nicht zumindest auch die Folge unternehmerischer Leistungen ist und deshalb gerade mit den meritokratischen Prinzipien unserer Gesellschaft übereinstimmt.
Daraus folgt, dass das Motto des Buches – „Gesellschaftliche Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein“ – letztlich nur Maskerade oder Fassade ist; denn eine Steigerung des „allgemeinen Nutzen“ würde durch eine globale Umsetzung der Forderungen Pikettys (konfiskatorische Einkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuern) gestoppt werden, die gesellschaftlichen Unterschiede verschärfen und das Niveau des allgemeinen Nutzens erheblich absenken. Piketty strebt – etwas hart formuliert – mit allen Mitteln danach, dass die komplette Menschheit zurück in die „Mathusische Armutsfalle“ gestoßen wird.

Herrn Prof. Martin Rhonheimer danke ich dafür, dass er den ursprünglichen Text kritisch geprüft hat und konstruktive Ergänzungsvorschläge gemacht hat, die ich dann noch in den Kommentar eingearbeitet habe.

Communism’s Comeback?

by Vaclav Klaus

Communism’s Comeback? | In the countries of Central and Eastern Europe, we are currently remembering the 25th anniversary of the fall of Communism. Communism, one of the most irrational, oppressive, cruel and inefficient political systems in history, ceased to exist suddenly and relatively quietly. It fell simultaneously in Central and Eastern Europe, and a little later in the Soviet Union too, in spite of the many differences among the countries of the former Soviet bloc. This proves that our common features — even though we all supposed that we were unique — were stronger than our differences.

Communisms Comeback
Communisms Comeback

This radical and far-reaching breakthrough brought us many positive improvements. We were happy,  joyful, full of hope. We were fascinated with ourselves, and praised by our friends and supporters in the rest of the world. We enjoyed their approval and our rapid acceptance into the community of free nations. The overwhelming majority of our citizens have no doubt that they now live in a much better world.

It is also the appropriate time to say that when we became part of the free world we had mixed feelings. We realised that the world did not quite understand us, our fate, our experience, our dreams and our ambitions. The lack of freedom, the irrationality of the Communist system and the oppression we had to go through were severely underestimated. But our understanding of the free world, which we were not part of for such a long time, our ability to behave quite normally, our level of education, and our knowledge of our common European culture proved to be greater than most people in the West expected. Despite long-lasting Communist propaganda and indoctrination, we knew more about the capitalist West than the non-Communist world knew about us. I am afraid this asymmetry persists even now.

Communism still remains misunderstood. It ceased to be discussed and analysed too quickly, especially its later stages, its gradual weakening and softening, as well as its complete failure to defend itself or, luckily, to fight back. In the final stages of Communism, practically nobody believed in the original pillars of its ideology. If we do not correctly interpret the later, in many respects milder, stages of Communism we cannot understand its sudden and bloodless end, comprehend all the tenets of the post-Communist transition, and focus more intensely on the present era.

The Communist regime was in many respects already an empty shell. As a result, Communism melted away; it was not defeated. There are people who don’t like this interpretation of events, and claim that they defeated Communism. It isn’t true. I don’t want to diminish anybody’s merits, but Communism in 1989 needed just one last straw. The subsequent chain reaction of millions of people happened spontaneously and automatically. Everyone — especially in the West — expected that the end of Communism would bring about shock, chaos, disorder, even civil war. As we know, this did not materialise. Even in the Soviet Union, where Communism lasted for more than seven long decades, it foundered more or less quietly. All of us who knew the book by Andrei Amalrik, Will the Soviet Union Survive Until 1984?, written at the end of the 1960s, expected much more dramatic events. This relatively quiet end reveals the weakness and effective defencelessness of Communism at the end of the 1980s.

Despite all my criticism of subsequent developments in my country and elsewhere — which I experienced both as a citizen and as a leading politician — I must admit that the post-Communist transition (or transformation) was a success. Criticism of certain aspects is undoubtedly justified but the fact that it was essentially positive cannot be disputed.

In Czechoslovakia we rapidly succeeded in establishing the framework of a fully-fledged parliamentary democracy. It proved that it was not necessary to create a political system: it was sufficient, to use economic terminology, to begin the process of entering the political market.

This favourable political structure lasted until the end of the last decade, and the outbreak of the 2008-09 financial and economic crisis. Different political tendencies then started to prevail. It led to the shift from standard politics to post-political, post-democratic arrangements, from authentic, ideologically well-defined political parties to ad hoc political projects based more on marketing than on ideology or party membership.

It was not a consequence of the economic crisis; the crisis only accelerated it. I am afraid this is a more general European trend. It is the consequence of the increasingly destructive weakening, if not destruction, of the nation-state by the European Union and of the strengthening of global governance. It is also a result of the gradual replacement of traditional European and Western values with politically correct norms based on new “isms” — cultural relativism, human rightsism, multiculturalism, NGO-ism, feminism, homosexualism, environmentalism, juristocracy and mediacracy. Classical political democracy is, I am afraid, finished.

On the economic side, we organised a rapid systemic change. We proclaimed very early and quite explicitly that we wanted capitalism. We resolutely refused any kind of “third way” or any convergence of existing economic and political systems. What we are now getting, however, is not the “first way”. It is the old, well-known “second way” — European socialism. This is another reason for our frustration. What we really wanted 25 years ago was to avoid a non-transformation. We didn’t want to give a chance to all kinds of groups which sought to preserve the status quo and/or steal the whole transformation process for the benefit of their vested interests. This influenced our position vis-à-vis all versions of gradualism, which we considered a non-reform. We did not believe that gradualism was a realisable reform strategy (in a politically free society) and we disagreed with the term “shock therapy”, both as a useful reform concept and as a description of the reality of our country and elsewhere. We refused to accept the “shock therapy vs. gradualism” dilemma that is even now discussed in economic debate as meaningful alternatives. The term “shock therapy” is not an analytical term. It is a political charge used by socialists like Joseph Stiglitz.

We considered economic and political reforms to be interconnected and indivisible. To separate them à la China was, in Central and Eastern Europe, impossible. The unrealistic concept of gradualism was (and is) based on the belief in the possibility of a detailed programme of reform. It would have been, however, possible only in the absence of political freedom, which was not our case.

We knew that the transformation project had to be ours, based on our ideas and realities. We did not consider ourselves representatives of international institutions and we did not feel any reason to please them. We tried to find our own “Czech way” and to give the people a chance to be part of the game, not just passive observers.

The decisive part of the transformation process was massive, wholesale privatisation. In our case, it was based on several ideas: Our goal was to privatise practically all the existing state-owned firms, not just to allow the setting up of new firms on “green fields”.

Swift privatisation was considered to be the best contribution to the much-needed restructuring of inefficient state-owned firms (we did not believe in the ability of the government to restructure the firms prior to privatisation). Privatisation of firms in the real economy couldn’t wait for the completion of bank privatisation (it had to go in parallel). Because of the lack of domestic capital (which did not exist in the Communist era) and because of the very limited number of serious potential foreign investors, firms had to be privatised at a low price. This idea led us to the concept of “voucher privatisation”, which played an important, but not dominant, role in our country which is often misunderstood. Less than a quarter of the Czech privatisation programme was carried out by means of vouchers.

From the very beginning, we knew we had to privatise the economy we inherited as quickly as possible. We did not want to leave our shortly-to-be-privatised-firms in a pre-privatisation limbo in which they would rapidly lose their value. For that reason, we did not have any great interest in the maximisation of the proceeds of privatisation. The speed of privatisation was seen as an asset, not a liability.
At the same time, we liberalised, deregulated and desubsidised the economy radically and quickly. This liberalising tendency lasted, to our great regret, for only part of the last 25 years. Partly because of the slowing of our own reform momentum (for domestic political reasons), but mostly because of our applying to and finally entering the EU, we started a reverse process. That is why our economy is more regulated and subsidised (and harmonised and standardised) now than 10-15 years ago. The final blow came with the recent financial and economic crisis, and with the methods of its “treatment” by means of very extensive government intervention.

Our economy is now more regulated and subsidised than we imagined at the time of the collapse of the fall of Communism. We did not believe it could ever happen. It seemed to us that the masterminding of the economy from above was so discredited by the Communist experience that it could never return. We were wrong.

We also assumed that everyone understood that government failure is inevitably much bigger than any imaginable market failure, that the visible hand of the state is always much more dangerous than the invisible hand, and that vertical relations in society must be less productive (and less democratic) than horizontal relations. Again, we were wrong.

Twenty-five years ago, I warned against creating a negative expectations-reality gap because it would have undermined our reform process. I have to accept that I myself feel such a huge expectation-reality gap now. I expected to live in a much more free and democratic society and economy than is the case today.

It was caused partly by the victory of social democracy in our country and partly by the importing of the European economic system, with its overregulation, high taxation and redistribution, welfare state, and fascination with all kinds of anti-market measures, connected nowadays mostly with environmentalism, with its anti-democratic social ideology which successfully hides its real substance while pretending to care about nature, the environment and our Blue Planet. We may be oversensitive in this respect because of our long Communist experience but we see many similar phenomena, tendencies, ambitions   and arguments around us today.

To allow this to happen means that we have learned nothing from history, and especially from the Communist era. It means that celebrating the end of Communism is inappropriate. It is creeping back in different forms, under different flags and slogans, without sufficient resistance from us.