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Austrian School of Economics

Lügenpresse?

Über Journalismus, Zensur und Political Correctness

Vortrag von Karl-Peter Schwarz
Gottfried-von-Haberler-Konferenz 2017, Vaduz 19. 5. 2017

Das Ansehen der Journalisten war noch nie so schlecht. Nach einer 2016 durchgeführten Umfrage (Forsa) schätzen zwar 82 Prozent der Deutschen die Polizeibeamten, aber nur 44 Prozent die Journalisten. Ein schwacher Trost, dass Beamte mit 34 und Politiker mit 24 Prozent noch schlechtere Noten bekamen.

In nahezu allen Ländern stehen die Medien, insbesondere die Zeitungen, vor stetig wachsenden wirtschaftlichen Problemen. Zwar informieren sich immer noch erheblich mehr Bürger über Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen als über das Internet, aber die Journalisten haben ihr Monopol auf Gewinnung, Verarbeitung, Deutung und Verbreitung der Nachrichten verloren. Das kann heute fast jeder tun, der es will und der es sich zutraut, denn die Kosten der Massenkommunikation waren noch nie so gering und sie sinken weiter.

In der Folge haben sich Funktion und Status der Journalisten dramatisch verändert. In Europa setzte der Niedergang etwa Ende der neunziger Jahre ein, in Amerika um zehn Jahre früher. Donald Trump hat gezeigt, dass Wahlen mittlerweile auch gegen die geballte Macht der Medien gewonnen werden können. Das Problem, das die amerikanischen Journalisten mit dem Präsidenten haben, besteht nicht so sehr darin, dass Trump sie hasst. Ihr wirkliches Problem ist, dass er sie nicht mehr braucht, oder zumindest immer weniger braucht. Trump twittert. In der Massenkommunikation vollzieht sich eine Wende, deren Auswirkungen wir erst allmählich zu begreifen beginnen.

Wie viele meiner Generation hatte ich von Kind an einen enormen Respekt vor dem geschriebenen Wort. Mein Vater war kein Journalist, sondern Beamter in einer österreichischen Kleinstadt, aber wir hatten täglich einen ganzen Stapel Blätter auf dem Tisch. Was wir über die Geschehnisse in der Welt wussten, hatten wir aus den Zeitungen. Das Fernsehen hatte sich als Massenmedium noch nicht durchgesetzt, ein Empfangsgerät war ein Luxusgut, wir hatten jedenfalls keines.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren die goldene Ära der gedruckten Zeitungen. Die Bedeutung, die man ihnen zumaß, war enorm.

1949 brachten die Schweizer Monatshefte einen Artikel von Friedrich August von Hayek, der sich ausführlich mit der gesellschaftlichen Funktion der Journalisten und ihren mentalen Konditionierungen beschäftigte. Er hatte den Titel „Die Intellektuellen und der Sozialismus“:

„Es gibt heute nicht mehr viel Geschehnisse oder neue Ideen, von denen der gewöhnliche Mensch anders als durch Vermittlung dieser Klasse etwas erfahren kann. Es hängt von ihr ab, welche Ansichten und Meinungen überhaupt bis zu uns dringen, sie entscheidet, welche Tatsachen wichtig genug sind, um uns mitgeteilt zu werden, und in welcher Form und von welchem Standpunkt wir von ihnen unterrichtet werden …

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Peter Schwarz: Lügenpresse? (DOC, 67kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie?

Vortrag von Erich Weede
Gottfried von Haberler-Konferenz, Vaduz, 19. 5. 2017

Zusammenfassung | In Demokratien erwerben Politiker die Macht durch Wahlsieg. Wahlen gewinnen Politiker nicht dadurch, dass sie dem öffentlichen Interesse dienen und geeignete Rahmenbedingungen für Wohlstand und Wachstum schaffen, sondern durch die Bedienung von Partikularinteressen. Weil Politiker Handlanger von Partikularinteressen sind (und sein müssen), weil nicht nur die Armen und Bedürftigen, sondern alle Bevölkerungsschichten Sonderinteressen und Umverteilungswünsche haben, impliziert die Bedienung von Partikularinteressen nicht nur eine Umverteilung von oben nach unten, sondern mehr noch eine arbiträre Umverteilung. Die arbiträre Umverteilung hat im Laufe des 20. Jahrhunderts die Steuerlastquoten, die Staatsausgabenquoten, die Sozialtransferquoten und die Staatsschulden nach oben getrieben. Der Raub mit dem Stimmzettel führte zu einem permanenten Verteilungskampf und erlahmenden Wachstumsimpulsen. Die Eigentumsrechte werden weniger respektiert, die Arbeits- und Investitionsanreize werden geschwächt. Die Demokratie greift ihre wirtschaftliche Basis an. Das Überleben der Demokratie hängt wesentlich davon ab, ob Demokratien dem Umverteilungsdruck im 21. Jahrhundert besser als im 20. Jahrhundert standhalten werden.


Vor dem Versuch die Frage im Vortragstitel zu beantworten, soll zunächst einmal der Demokratiebegriff geklärt werden. Wenn jeder Wissenschaftler sich für berechtigt oder gar verpflichtet fühlt eigene Begriffe zu erfinden, dann trägt das nur zur Sprachverwirrung bei. Deshalb möchte ich mich an einflussreichen Denkern orientieren. Unter den Ökonomen gehört Joseph Schumpeter (1950, S. 428) dazu; er schlägt vor: „Die demokratische Methode ist diejenige Ordnung der Institutionen zur Erreichung politischer Entscheidungen, bei welcher einzelne die Entscheidungsbefugnis vermittels eines Konkurrenzkampfes um die Stimmen des Volkes erwerben.“ Ähnlich schreibt Anthony Downs (1968, S. 33), einer der Gründerväter der ökonomischen Theorie der Politik: „Eine demokratische Regierung ist eine Regierung, die durch allgemeine Wahlen bestellt wird, bei denen zwei oder mehr Parteien um die Stimmen der Erwachsenen konkurrieren.“
Die Demokratie ist danach ein Verfahren der Herrschaftsübertragung und der Subordination, nicht etwa der Herrschaftsüberwindung. Das gilt jedenfalls bei der dominanten Form der Demokratie, der repräsentativen Demokratie. Die Beschränkung meines Vortrages auf die repräsentative Demokratie soll aber nicht dahin gehend missverstanden werden, dass ich sie für besser als die direkte halte. Ganz im Gegenteil: Es gibt durchaus gute Gründe für die direkte Demokratie (Liechtenstein 2010). Es kann ja immer passieren, dass die Regierenden eigene Interessen entwickeln, die sich von den Interessen der Regierten unterscheiden, dass faktisch eine Oligarchie die Macht übernimmt (Michels 1970). Die Briten beim Brexit und die Amerikaner bei der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten haben so gewählt, als ob sie das eherne Oligarchiegesetz für treffend hielten und die alte herrschende Klasse abwählen wollten. Vor allem die repräsentative Demokratie garantiert nicht die Wahrnehmung der Interessen der Bürger, Steuerzahler und Wähler. Noch weniger garantiert die Demokratie die Fehlervermeidung. Ralf Dahrendorf (1968, S. 14) hat das besonders schön formuliert: „Wo es Herrschaft gibt, gibt es auch Irrtum.“ …

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Erich Weede: Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie? (DOC, 70kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets

by Terry L. Anderson
13th Gottfried-von-Haberler Conference in Vaduz, May 19, 2017

Modern environmentalism and neo-classical economics have more in common than is often thought, but the commonalities too often cloud how markets and the environment can be productively linked. The commonalities include a focus on equilibrium systems and on the inability of humans to integrate into those systems. Unfortunately, both are inconsistent with the reality of how natural systems and market systems work and how the two might be integrated. This essay provides a way of reconciling environmentalism and markets by building on the importance of property rights, markets, and prices—free market environmentalism—as an alternative to command-and-control environmental regulations.
Environmentalists and economists generally call for regulation of human action on the grounds that humans disrupt nature without being held accountable for their actions. In the vernacular of economics, externalities are pervasive. For example, human deforestation is a disruptive force to ecosystem stability while naturally caused forest fires are part of natural succession. Similarly, decaying vegetation is a natural part of the carbon cycle, but burning wood or coal is an unnatural cause of global warming. When the production of steel emits smoke into the air and the producer pays nothing for the use of air as a disposal dump, too much steel and too little clear air will be produced. In other words, humans are destroying the environment and governmental regulation is necessary to correct market failures.
My argument here is that the focus of ecology and economics on externalities misses the important connection between humans and nature, namely property rights and prices as a way of encouraging environmental stewardship. The alternative is known as free market environmentalism. It builds on teachings of Nobel laureates Friedrich Hayek and Ronald Coase

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Anderson: Environmental Regulations,
Private Property, Free Markets (DOC, 66kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

Plurimae leges, summa iniuria

Wenn Bürokraten Unternehmer spielen:
Die Politik des Interventionismus

Vortrag von Carlos A. Gebauer
Gottfried von Haberler-Konferenz, Vaduz, 19. 5. 2017

Einleitung | Die These meines heutigen Referates lautet „Plurimae leges, summa iniuria“: Zu viele Gesetze schaffen größtes Unrecht. Die These ähnelt zwar dem bekannten Wort „summum ius, summa iniuria“, demzufolge gerade exzessive rechtliche Erörterungen die ungerechtesten Antworten provozieren. Doch obwohl beide Sätze im Kern übereinstimmend einen Angriff auf das Recht beschreiben, so werden die jeweiligen Angriffe doch aus unterschiedlichen Richtungen geführt.

Im Jahr 44 v. Chr. erörterte Marcus Tullius Cicero in seinem Werk „De officiis“ die Frage nach gerechtem und ungerechten Handeln. Dort, im 33. Abschnitt des ersten Buches, bezeichnet schon er „summum ius, summa iniuria“ als ein uraltes Sprichwort1. Es mahne vor denjenigen Sinnperversionen, die sich aus einer überbetont wörtlichen Textinterpretation ergeben. Cicero nennt ein konkretes Beispiel: Der Feind hält es bei einem „auf dreißig Tage“ geschlossenen Waffenstillstand für rechtens, in der Nacht anzugreifen! Die listige Suche nach Unbestimmtheiten in den verwendeten Rechtsbegriffen erklärt zugleich den Topos des Winkeladvokaten. Der sucht für seinen Mandanten die Lücken im Gesetz, um dessen eigentlich angezielten Zweck in sein Gegenteil zu verkehren. Es besteht wohl kein Grund, daran zu zweifeln, daß diese Art der teuflischen Hermeneutik tatsächlich uralt ist.

Menschheitsgeschichtlich wesentlich jünger ist dagegen das hier interessierende Phänomen der „plurimae leges“: Ein hyperaktiver, ‚moderner‘ Gesetzgeber meint, einen Mißstand in der Welt entdeckt zu haben. Er macht sich also daran, ihn mit einem ihm probat erscheinenden Gesetz zu bekämpfen. Nachdem er dann erkennt, mit seiner vermeintlichen Lösung nur unvermutet weitere Mißstände hervorgerufen zu haben, beginnt er, nachzubessern. Mit seinen Reparaturversuchen intensiviert er das geschaffene Chaos aber nur und schafft zuletzt mit noch weiteren Nachjustierungen eine Lage, in der sich alle Beteiligten wieder den Ursprungszustand als den – vergleichsweisen – Idealzustand zurückwünschen. …

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Carlos A. Gebauer: Plurimae leges, summa iniuria (DOC, 70kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

Subsidies: When Free Comes at a High Cost

Paper by Johan Norberg
13. Gottfried von Haberler Conference in Vaduz, May 19, 2017

Few things are more popular than free stuff, and many politicians have built a career on handing out generous subsidies to preferred businesses and groups. This has been the case since the first cities in Mesopotamia, when a class of rulers and priests began to demand tribute and redistributed parts of it to the subjects.

Most people view a subsidy as a welcome gift from benevolent governments. But as Ludwig von Mises pointed out: “The government has no more ability than individuals to create something out of nothing. What the government spends more, the public spends less.”

Every dollar spent by governments on subsidies is withdrawn from the public, either directly by raising taxes, or indirectly, by increasing government debt. As von Mises went on to say:
“Public works are not accomplished by the miraculous power of a magic wand. They are paid for by funds taken away from the citizens. If the government had not interfered, the citizens would have employed them for the realization of profit-promising projects the realization of which they must omit because their means have been curtailed by the government. For every unprofitable project that is realized by the aid of the government there is a corresponding project the realization of which is neglected merely on account of the government’s intervention.” …

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Norberg: Subsidies (DOC, 144kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

Über den Missbrauch der Geldpolitik

Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Starbatty, MdEP
13. Gottfried von Haberler-Konferenz, Vaduz, 19. Mai 2017

Geld ist immer politisch, aber politisiertes Geld ist etwas anderes
Notenbanken, die an Ihrem Auftrag, den Geldwert stabil zu halten, festhalten, stehen oft im politischen Feuer, wenn sie mit ihrer Haltung die konjunkturpolitischen Kreise der jeweiligen Regierungen stören. Es ist deswegen wichtig, dass sie in der jeweiligen Bevölkerung Rückendeckung finden. Insofern ist Geld ein politisches Medium. Politisiertes Geld ist die Konsequenz politischer Aktionen, die über die Manipulation von Geldmenge und Zinsen politische Ziele, wie Haushaltsfinanzierung und Beschäftigungssteigerung, realisieren wollen.

Die Einstellung von Regierungen und Bevölkerungen zum Geld hängen zum großen Teil auch von den spezifischen Erfahrungen mit Deflation und Inflation ab. Daher sagt Joseph Schumpeter: „Nichts sagt so deutlich, aus welchem Holz ein Volk geschnitzt, wie das, was es währungspolitisch tut.“ Frankreichs Einstellung ist durch die verheerenden deflationären Prozesse im Zuge der Rückkehr zum Goldstandard der Vorkriegsparität in der zweiten Hälfte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts geprägt worden. Damit war der französische Franc überbewertet. Anstatt abzuwerten, wählte die Politik den Weg, über Lohnkürzungen international wieder konkurrenzfähig zu werden. Das führte in Frankreich zu Verarmung und löste erhebliche soziale Unruhen auslöste. Deutschland hatte demgegenüber 1923 unter einer galoppierenden Inflation gelitten, die die Geldvermögenbesitzer enteignete und den Mittelstand nahezu vernichtete. Im Jahre 1948 beendete die Währungsreform die zurückgestaute Inflation mit einem Rationierungssystem und strengster Warenbewirtschaftung. Daher sagen französische Politiker, Geld ist zu wichtig, um es …

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Joachim Starbatty: Missbrauch der Geldpolitik (DOC, 70kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

Haberler-Konferenz: Dinner-Rede

Am vergangenen Freitag fand in Vaduz (Liechtenstein) die XIII.  Internationale Gottfried von Haberler-Konferenz statt. Sie stand unter dem Motto: “The Economics and Politics of Interventionism. Wenn Bürokraten Unternehmehmer spielen.” Wir veröffentlichen an dieser Stelle die gehaltenen Vorträge von Konferenzteilnehmern, beginnend mit Beat Kappelers Dinner-Rede. Es folgen in chronologischer Reihenfolge die Vorträge der einzelnen Sessions:
Joachim Starbatty (Über den Missbrauch der Geldpolitik)
Johan Norberg (Subsidies: When Free Comes at a High Cost)
Carlos A. Gebauer (Plurimae leges, summa iniuria)
Terry L. Anderson (On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets)
Erich Weede (Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie?)
Karl-Peter Schwarz (Lügenpresse?)


Gottfried-von-Haberler-Konferenz 2017: Dinner-Rede

Wenn Bürokraten Unternehmer spielen:
Die Politik des Interventionismus

Dinner-Rede von Beat Kappeler
Gottfried von Haberler-Konferenz, Vaduz, 19. 5. 2017

In diesem Moment fügen wir uns alle den Tischregeln, und es sind nicht wenige. Doch es sind Regeln aus Konvention, keine Autorität intervenierte dazu. Wer sie bricht, wird nicht von der Polizei abgeholt, sondern gilt als Banause. Ausserdem, und wichtiger – es sind Verfahrensregeln, nicht Regulierungen, welche das Resultat vorschreiben. Jeder Platz am Tisch muss ein Rotweinglas haben, aber niemand muss Rotwein trinken.

Die politisch verfügten Interventionen, Regulierungen hingegen tragen nicht diese Züge der Zivilgesellschaft. Interventionen der Politik werden dank ihres Machtmonopols verfügt und entsprechend sanktioniert. Hohe Bussen, Polizei, Anklagen, Richter und Gefängnis sind nicht weit.

Fruchtbar bleibt immer noch die Darlegung William A. Niskanens der bürokratischen Regelungen als zweiseitiges Monopol. Die Politik ist allein berechtigt, Interventionen zu bestellten, und die Verwaltung ist allein berechtigt, diese auszuführen. Es ist daher schwer dagegen anzukommen. Wenn sich die Politik dann schliesslich doch über das Problem beugt und die Bürgerklagen ernst nimmt, wirkt sie hilflos. Oder eher, sie behilft sich mit den bisherigen Mitteln, nämlich mit noch mehr Bürokratie, mit noch mehr Regeln. So werden in vielen Ländern neue Behörden zur Bürokratiefolgen-Abschätzung eingerichtet, zu Normenkontrollen, zu nachträglichen Evaluationen. Die Gesetzgebung selbst wird Regeln unterworfen, sun-set-laws werden erlassen, transparentere Entscheide werden gefordert. Den Siegeszug der Bürokratie hielt dies alles aber nicht auf.

Besonders verderblich sind Interventionen, welche Resultate vorschreiben, nicht nur Verfahren. Wir haben in neuerer Zeit bedenkliche Beispiele aufs Auge gedrückt bekommen. In der Energiewende treffen die Politiker plötzlich die Technologiewahl. Dabei hätte es genügt, die von Menscheneinwirkung unterstellten Klimaschäden geschickt zu internalisieren. Oder ein ganzer Kontinent wurde in eine neue, künstliche Währung gestürzt, um ihn zu integrieren. Dabei hätte ein wirklich offener Binnenmarkt dies allein und besser besorgt. Die Manie der Politik und der Verwaltung, Resultate zu befehlen, nicht nur Verfahren, zeigt sich bis in geringste lokale Massnahmen aller Ebenen. Warum aber?

Verlockungen zur Intervention …

Liberalismus und Intervention unterscheiden sich in der Wahl zwischen Verfahrensregeln und Resultatszwängen. „Liberalism is about means, not ends“. Im Gegensatz zum Liberalen hat der interventionistische Politiker das Vertrauen in die Bürger und Wirtschaftsakteure nicht, um Resultate abzuwarten. Denn Massnahmen schaffen immer – vermeintlich – sofortige Resultate. Da die Politik ihre Legitimität und Legitimation aus den kurzen Wahlperioden schöpft, kann sie nicht warten, sie will Resultate vorzeigen.

Zweitens verfügen politische Kräfte, Parteien selten allein über absolute Mehrheiten, sie schliessen also Kompromisse übers Kreuz unter sich, meist zu Lasten Dritter (des Steuerzahlers). Die Politologie des Public Choice beschreibt diese Fälle und Vorfälle ausgezeichnet. Der Dritte, der Steuerzahler macht meistens mit, weil die Mehrausgaben solcher Kungeleien ihn im Einzelfall nur marginal belasten, und weil viele solche Erlasse auf den „median voter“ schielen, also 51% der Wähler begünstigen. Die neueste Omnibus appropriations bill des US-Kongresses, um die Staatsausgaben bis September 2017 weiter zu führen, enthält auf 1665 Seiten 160 detaillierte Sach-Kompromisse zwischen den beiden Parteien, praktisch alle auf weiter laufende Ausgaben ausgerichtet, entgegen den Wünschen des Präsidenten …

Lesen Sie die gesamte Dinner-Rede->
Beat Kappeler: Dinner-Rede, Haberler-Konferenz (DOC, 48kb)

Beat Kappeler Dinner-Rede
Joachim Starbatty Über den Missbrauch der Geldpolitik
Johan Norberg Subsidies: When Free Comes at a High Cost
Carlos A. Gebauer Plurimae leges, summa iniuria
Terry L. Anderson On Environmental Regulations, Private Property and Free Markets
Erich Weede Wieviel Umverteilung verträgt die Demokratie
Karl-Peter Schwarz Lügenpresse?

II. International Jacques Rueff Conference 2017

2nd Jacques Rueff Conference, Monaco
Jacques Rueff (1896-1973) 7th Minister of State of Monaco

“We shall all be the gainers if we can create a world fit for small states to live in.” Friedrich A. von Hayek


Conference Topic:

A Case for Europe’s Small States
in the III. Millennium


The II. International Jacques Rueff Conference is an academic one-day co-operation of CEPROM (Center of Economic Research for Monaco, MC) and ECAEF (European Center of Austrian Economics Foundation, FL).

Academic Director:  Kurt R. Leube, ECAEF
Administrative Director:  Emanuel Falco, CEPROM
Media Contacts: Nicolas Saussier, CEPROM
Conference Date: November 22, 2017
Participation: by invitation only
Location: Musee Oceanographique de Monaco, Principality of Monaco
Conference Languages: English and French; simultaneous translation

Conference Venue:
Opening Dinner at the Hotel Hermitage in the presence of H.S.H. Prince Albert II. for invited guests and speakers only, Nov. 21, 2017. Dinner speaker: Detmar Doering (D)

Conference Program:
09:00-9:30  Registration
09:30-9:45  Welcome by H.S.H. Prince Albert II and H.S.H. Prince Michael of Liechtenstein

Session I:
Historical Reflections and Current Challenges (9:45-12:15)
09:45-10:00  Chair: Detmar Doering (D)

10:00-10:30  ‘Small, Sovereign and Resilient: Lessons from the not-so wild Wild West’ – Terry L. Anderson (USA)
10:30-10:45  Discussion
10:45-11:15  Coffee break
11:15-11:45  ‘Decentralization, Subsidiarity, Secession: States in Knowledge-Based Societies ‘ – Karl Peter Schwarz (A)
11:45-12:00  Discussion

12:00-14:00  Luncheon for speakers and invited guests

Session II:
On the Benefits and Drawbacks for Small States (14:00-15:45)
14:00-14:15  Chair: Peter Fischer (CH)
14:15-14:45  ‘Is Small Still Beautiful? A Swiss Perspective’ – Henrique Schneider (CH)
14:45-15:00  Discussion
15:00-15:30  ‘Limited Places offer Unlimited Thoughts’ – Carlos Gebauer (D)
15:30-15:45  Discussion
15:45-16:15  Coffee break

Session III:
A Case for Small States in the III. Millennium (16:15-18:20)
16:15-16:30  Chair: H.S.H. Prince Michael of Liechtenstein (LI)
16:30-17:00  ‘Reflections on Smallness’ – Antonio Martino (I)
17:00-18:15  Panel discussion: Anderson, Gebauer, Schneider, Schwarz, Martino
18:15-18:20  Farewell Remarks: Kurt R. Leube (A/USA)

18:30-19:30  Farewell Reception at the Palace for speakers and invited guests, hosted by H.S.H. Prince Albert II.

International Vernon Smith Prize 2017 – Call for Papers!

Vernon Smith Prize 2016 Call for Papers
Does Tolerance become a crime when applied to evil? Vernon Smith Prize 2017.

Call for Papers!

The 10th International Vernon Smith Prize for the Advancement of Austrian Economics is an essay competition sponsored and organized by ECAEF European Center of Austrian Economics Foundation, Vaduz (Principality of Liechtenstein). This years’ topic:


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


|- First Prize EUR 4,000 -|

|- Second Prize EUR 3,000 -|

|- Third Prize EUR 2,000 -|

Advanced by the ‘ends-independent’ market process, free pluralistic societies developed without a shared hierarchy of particular ends. Once we agree on the rules, we need not agree on the goals as markets enable us to disagree peacefully while we pursue our own way. However, to sustain this kind of ’means- but not ‘ends-connected’ society, we must be willing to tolerate differences with others and we have to recognize that our freedom to achieve our ends comes at the cost of allowing others the same, even if we find those ends distasteful.


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


ECAEF invites papers on this topic which meet the following requirements:

1: Entries may be submitted by individuals of up to 30 years (in 2017).

2: Entries may not exceed 12 pages; 1.5 spacing; left/right margins no less then 1 inch; full bibliography and a 1/2 page summary (abstract) must be included.

3: Entries must be submitted in English in electronic form (PDF) to krl@ecaef.li and must include an abbreviated CV, featuring DoB, education, and current position.

4: Entries must be received on or before November 11, 2017.

5. It is mandatory that all prize winners participate in the award ceremony in Vaduz Prizes are not transferable and will be awarded on the basis of originality, grasp of subject, and the logical consistence of the argument.

Essays will be judged by an international jury and the winners will be invited to present their papers at a special event in Vaduz, Principality of Liechtenstein, in February, 2018. First Prize €4,000 – Second Prize €3,000 – Third Prize €2,000.

Semantic Traps: Politics with Loaded Terms

A Seminar for Scholars, Journalists and Entrepreneurs

 

«If thought corrupts language, language can also corrupt thought.» George Orwell

Date: June 15, 2017
Location: Unitelma Sapienza Campus, Rome, Italy
Admission: free
Language: simultaneous Italian/English translation, both ways
Literature/Documents: Relevant literature (reader, short essays, …) will be supplied ahead of seminar
Academic Directors:
Francesco Avallone, UTS (I) and Kurt R. Leube, LAF (USA/A)
Program Directors:
Piergiuseppe Morone, UTS (I) and Hans R. Maag, LAF (LI/CH)

An Academic Co-operation between Unitelma Sapienza (Rome, I) and Liechtenstein Academy Foundation – LAF (Vaduz, LI)

Prologue

«When words lose their meaning, people will lose their liberty.» Confucius, 551-479 BC

The Social Sciences, more then other academic disciplines are regretfully exposed to the fades and superstitions of the fast moving popular Zeitgeist and are thus liable to the periodic introduction of appealing yet empty slogans that undermine well defined terms. As a result, many of them have assumed quite different meanings or, maybe deliberately, have even taken on undertones that suggest something detrimental to what we want to get across.
Have you ever wondered whether the pervasive catchword public interest indeed serves the public’s interest? Or why was global warming replaced with the vacuous phrase climate change that sadly shifted the debate away from scientific methodology where hypotheses can be refuted? Or did you realize that time and again the term justice is substituted with the phrase social justice that not only renders it utterly meaningless. This narcotic phrase also assumed a meaning close to revenge which gravely denigrates the ‘rule of law’. The frequent placing of the simple yet hollow word social in front of commonly used terms produces an almost endless list of corrupting phrases.

The persistent confusion of reality and fiction thus creates politically risky ‘semantic traps’ that not only seriously hamper any political discussion. It has grave implications for democracy, the proper role of government, or for the preservation of our civil rights and individual freedom. As George Orwell observed: “If thought corrupts language, language can also corrupt thought”.

The goal of this one-day conference is not only to explore a wide range of issues where semantics condition policy debates, to examine how terms evolve in ways that completely undermine, and at times even alter the very foundations of a free and democratic society, and to discuss how ‘Semantic Traps’ might be avoided. Put differently, we aim at a better understanding of hollow yet catchy words, trendy slogans and appealing phrases in public policy debates.

However, co-sponsored by Unitelma Sapienza (Rome, I) and the Liechtenstein Academy Foundation (Vaduz, LI) this endeavor serves also as the kick off for an academic partnership between these institutions to offer the innovative online MA course “Understanding How Society Works. An Introduction to the Austrian School of Economics”.

Seminar Program, Thursday, June 15, 2017

08:30 – 09:00  Registration at Unitelma Sapienza Campus, Rome
09:00 – 09:15  Welcome by Francesco Avallone, Rector, Unitelma Sapienza University of Rome, and Hans R. Maag, Director, Liechtenstein Academy
09:15 – 09:30  About the Idea and the Intent of this Conference.
Kurt R. Leube

Session I: On the ‘Public Interest’, the so-called ‘newspeak’ and the Meaning of ‘Green’ (9:30 -11:30)
Chair: Piergiuseppe Morone
09:30-10:00  «Is the ‘Public Interest’ really in the Public’s Interest?»
Carlos Gebauer
10:00-10:10  Discussion
10:10-10:40  «Values and Rights: The Semantic Traps in Worn-out European Newspeak»
Karl Peter Schwarz
10:40-10:50  Discussion
10:50-11:20  «What is the Meaning of Green? The new Standardization Trap in the Bioeconomy»
Knut Blinde
11:20-11:30  Discussion

11:30-11:40  Coffee Break

Session II: Immigration and Political Rhetoric (11:40-13:00)
Chair: Piergiuseppe Morone
11:40-12:10  «Immigration, Migration, Emigration, or Else?»
Maria Grazia Galantino
12:10-12:20  Discussion
12:20-12:50  «Making Populism Mainstream: Political Rhetoric During Campaigns»
Nicolò Conti
12:50-13:00  Discussion

13:00-14:00  Buffet Luncheon for all participants at seminar site

14:00-15:00  Panel (Blind, Conti, Galantino, Schwarz) – Discussion leader: Carlos Gebauer