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Austrian Economics

XIV. Gottfried von Haberler Conference 2018

Gottfried-von-Haberler Conference 2018
“If anything is certain, it is that I myself am not a Marxist.” Karl Marx

 

Topic:

Karl Marx:
Born 1818 and Still Going Strong?
(Karl Marx: Mythos und Realität)

Save the Date! The XIV. Gottfried-von-Haberler-Conference will be held on May 25, 2018 in Vaduz, at the University of Liechtenstein, (Principality of Liechtenstein).

Stay tuned for the program of the XIV. Gottfried von Haberler Conference 2018 and further information right here at ecaef.li.

Der europäische Wohlfahrtsstaat als Heilanstalt

Essay von Werner von Tabarelli*

Als Gegenbild zur feudalen Willkürherrschaft haben die Gelehrten des Mittelalters auf dem moralischen Fundament der jüdisch-christlichen Nächstenliebe den naturrechtlichen Rahmen abgesteckt, innerhalb dessen ein friedliches Miteinander der Menschen in Freiheit möglich wäre. Die Ausbeute dieser Tradition, die sich über ein Jahrtausend hinzog, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Den natürlichen Rechten der Menschen, Freiheit, Gleichwertigkeit und Menschenwürde stehen Rechtspflichten gegenüber: Nämlich einerseits die ausgleichende Gerechtigkeit, u.a. mit dem Verbot der Ausübung von physischer Gewalt gegenüber Mitmenschen, mit dem Verbot von List und Betrug und mit dem Schutz des privaten und öffentlichen Eigentums. Andererseits die verteilende Gerechtigkeit. Darin vor allem die Pflicht des allmächtigen Staates, aus seinen Steuereinkünften gerechte Teile an die Bedürftigen abzugeben. Aus diesem Ideengerüst hat sich der moderne Sozialstaat entwickelt.

Nun weiß mittlerweile allerdings jedes Kind, dass der Staat heutzutage sehr lange Zeit hindurch viel mehr ausgeben kann, als er Einkünfte hat — ungedecktes Papiergeld, Staatsverschuldung und die sog. Geldschöpfung ermöglichen das. Die europäischen Wohlfahrtsstaaten machen davon reichlich Gebrauch: Die EU beherbergt zwar nur rund 7 Prozent der Erdbevölkerung und bringt es auf knapp ein Viertel des Welt-Sozialproduktes. Von den weltweiten Ausgaben für Soziales, entfallen aber auf die Europäische Union allein mittlerweile fast drei Fünftel aller entsprechenden Aufwendungen. (https://mises.org/blog/europes-unsustainable-welfare-state)

Der europäische Wohlfahrtsstaat will nicht nur die Daseinsnöte der Bürger beheben, er will vielmehr von der Wiege bis zum Grabe vorsorgen, — «well being» vom Kindergeld über die Integration von Migrantenströmen bis zur Gesundheit und Rente. Als Folge sind inzwischen rund Dreiviertel der europäischen Bevölkerung in irgendeiner Weise vom Wohlfahrtsstaat abhängig. Das dafür benötigte Geld holt sich der Staat entweder auf die erwähnte verstohlene Weise, bei der die Betroffenen den Aderlass gar nicht merken, oder er zwackt sie ganz offen in Form von Steuern und Abgaben vom allgemeinen Wohlstand ab. In der EU beläuft sich die durchschnittliche Steuerbelastung mittlerweile auf fast die Hälfte der Einkommen. Diese im Lauf der Jahrzehnte immer maßlosere Umbildung des Sozialstaates zum Wohlfahrtsstaat untergräbt aber sowohl die verteilende, wie auch die ausgleichende Gerechtigkeit.
Denn eine große Keksdose, in die jeder scheinbar nach Belieben greifen kann, korrumpiert. Recht, Rechtschaffenheit und Vertragstreue, aber auch Fleiß und eigenes Bemühen um individuellen Erfolg sowie Sorgsamkeit im Umgang mit den verfügbaren Mitteln verkümmern zwangsläufig zu fragwürdigen Sekundärtugenden (Robert Leicht). Es kommt zu Verteilungskämpfen, zu Kungeleien, zu Gewaltexzessen und Kriminalität, zu verlogenen Propagandaschlachten und zu begehrlichen — aber mitunter der Form nach sogar legalen — Eingriffen ins Privateigentum von Bürgern sowie zur Verschwendung der im Gemeinschaftseigentum befindlichen Sozialkassenbestände.

Gewissermaßen im Widerspruch zu diesem anarchischen Spektakel steht die Art und Weise, in der im Wohlfahrtsstaat Ansprüche gegen die Allgemeinheit ausnahmslos mit Rechts-, Gerechtigkeits- und Moralvorstellungen unterfüttert werden. Stets kämpfen die Betreffenden für ihre Sache mit der Gebärde des von vornherein unstreitig moralisch im Recht Befindlichen im Namen der gottgewollten Menschlichkeit, der Humanität, der Nächstenliebe — und vorab natürlich immer auch insbesondere im Namen des Gemeinwohls. Im Evangelium des Johannes (12, 3-6) liest man von Judas, der sich darüber beschwert, dass eine Frau Salbe auf die Füße Jesu gibt: Die Salbe hätte man für viel Geld verkaufen und den Erlös den Armen geben können, wendet er ein. — Johannes stellt aber klar: »Das sagte er nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war …«.

In der Tat bleibt der Nutzen der Politik des Wohlfahrtsstaates für die betroffenen Menschen immer irgendwie im Trüben. Der an der Universität Uppsala lehrende Politikwissenschaftler Nils Karlson, Mitglied der Mont Pèlerin Society, zeichnet jedenfalls am Beispiel seines Heimatlandes Schweden ein beunruhigendes Bild der Folgen des auf die Spitze getriebenen Wohlfahrtsstaates (NZZ, 31.7.2004): Während eines halben Jahrhunderts seien in Schweden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden. Desgleichen sei in den letzten fünfzig Jahren in Schweden kein einziges börsennotiertes Großunternehmen mehr gegründet worden. Erschreckend das Abrutschen Schwedens hinsichtlich des Bruttoinlandproduktes pro Kopf: Nach Karlson belegte Schweden 1970 diesbezüglich noch den 4. Platz. Knapp fünfzig Jahre später ist das Land auf Rang 17 abgestürzt. (siehe de.wikipedia.org, Liste  der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) Karlson berichtet weiter, dass im Jahr 2004 mehr als ein Fünftel der erwerbsfähigen Schweden keiner Beschäftigung mehr nachging. Sie lebten von verschiedensten staatlichen Wohlfahrtsprogrammen wie Frühpensionierungen, Arbeitslosenentschädigungen, Krankengeldern usw. Dazu kommt noch das Immigrationsproblem

(https:/www.gatestoneinstitute.org/10605/sweden-failed-state): Die schwedische Polizei kann von jeweils sieben Verbrechen nur noch ein einziges aufklären. In einem offiziellen Bericht (Utsatta områden 2017) erklärt sie, dass es im Land derzeit 66 völlig ‘rechtsfreie’ Gebiete gebe, in die die Polizei nicht mehr vorzudringen wage. Die Anzahl solcher no-go-Zonen wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. 2016 waren es erst 55.
Aufschreckende Entwicklungen und Konflikte ähnlicher Art sind seit dem antiken Rom der späten Kaiserzeit das kennzeichnende Merkmal des Wohlfahrtsstaates. Offenbar bedarf das wunderliche Humanitäts-Ideal, das dem Wohlfahrtsstaat zugrunde liegt, der Korrektur. So jedenfalls kann das biblische »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« (Lev 19,18; Mt 22,39f; Mk 12,31) unmöglich gemeint gewesen sein.

Im Matthäus-Evangelium heißt es (a.a.O.), Nächstenliebe sei das allgemeine Gesetz, die universa lex. Das ist nicht etwa ein neues, ein elftes Gebot. Sondern der Begriff Nächstenliebe fasst in einem Wort die Du-sollst-nicht-Gebote des Dekalogs zusammen: »übe nicht Gewalt gegen deinen Nächsten«, »rede kein Falschzeugnis«, »begehre nicht deines Nächsten Gut«. Das mit »Liebe…« verdeutschte Wort in den Urtexten der Schrift — agapão (altgr.) bzw. diliges (lat.), — sollte also zeitgemäßer vielleicht mit »Respektiere…« übersetzt werden: »Respektiere deinen Nächsten wie dich selbst.« Man kann unmöglich alle Menschen lieben, aber man sollte sie respektieren. Die biblische »Nächstenliebe« meint im Grunde »Solidarität«. Sie ist keinesfalls ein Freibrief, die grundlegenden Rechte und Rechtspflichten in den Wind zu schlagen, die eine menschliche Gemeinschaft in Frieden und Freiheit möglich machen. Sie erinnert vielmehr eben umgekehrt daran, die Freiheit, Gleichwertigkeit und Menschenwürde zu respektieren und den daraus folgenden Rechtspflichten nachzukommen.

Es sind die die vom Wohlfahrtsstaat geweckten unerfüllbaren Ansprüche, die zu Gewalt und Kriminalität, zu Lüge, Enteignung der Bürger und zur Verschwendung verführen. Um den aus den Fugen geratenen Wohlfahrtsstaat unter Kontrolle zu bringen, müssen wir zuallererst die Solidarität und das Recht wieder miteinander versöhnen.

* Werner Tabarelli: Stiftungsrat, ECAEF – European Center of Austrian Economics Foundation (www.ecaef.li), Fürstentum Liechtenstein

Mises – Inflation and Legislation

Ludwig von Mises, Rede 1920, Gerichts-Zeitung, Wien, Austria
Ludwig von Mises, Rede 1920, Gerichts-Zeitung, Wien, Austria

by Federico Salazar (Mises Institute, Peru)

Looking for some essays by Ludwig von Mises to be translated into Spanish for the new Mises Institute Peru, I was glad to find an unknown and non inventoried review by Mises of a book written in Polish and also a review by Carl Menger on the teaching of Economics in Germany and Austria. However, one of the most interesting material found was a short paper which Ludwig von Mises delivered in the Viennese Juridical Society on February 3 and March 8, 1920. His lecture was published as “Die Geldentwertung und das Recht” (‘Inflation and Legislation’) in the Gerichts-Zeitung in May 1920. The similarities to the current situation are obvious. You can download this issue of the Gerichts-Zeitung right here as PDF.

The following file contains Mises’ essay “Die Geldentwertung und das Recht”, starting from page 139
-> Download PDF (3.0MB)

A second file contains Mises’ closing remarks, see page 159
-> Download PDF (3.1MB)

Palm oil, Russian fighters and the European Parliament

GIS Statement

GIS statement by Prince Michael of Liechtenstein

Indonesia, the world’s fourth-largest country population-wise, is the world’s largest exporter of palm oil. The value of this export exceeds $12 billion per year, which accounts for some 8 percent of the value of Indonesia’s total exports. Palm oil production and export is a crucial part of the country’s economy. The main importers are India, China, the European Union and Pakistan.

Palm oil is a tropical product and there is concern that too much rainforest is being cleared, especially in the Indonesian archipelago, to free land for palm oil production. Deforestation is a problem. It cannot be stopped, however, by trying to limit the production of palm oil. Sustainable harvest, and proper use and marketing of tropical timber and other products are parts of a better solution. The commercial value of the rainforest to the local population also needs to be recognized, like Alpine forests are. These are key components for an effective approach to stop excessive deforestation.

The problem in Indonesia is not the production of palm oil, but the lack of market incentives for a sustainable, economically and ecologically viable use of the forests. Such incentives make preservation in the population’s interest.

Rain forests are important. A market for tropical products exists. Economies do not respond to sticks, but they work fine with market carrots. The underlying cause, unfortunately, of the tropical deforestation problem is a combination of a short-term view and the lack of property rights. Forestry is a very long-term business. A tree planted today will only be harvested two generations later. Sustainable forestry, with the exception of selected preserve areas, cannot be enforced by putting limits on timber or other products, such as palm oil or coffee. Only property rights, efficient regulation of the use of forests and efficient markets lead to the desired results. This can be achieved in Indonesia and elsewhere.
Against this backdrop, it is rather arrogant for the Western world to try to force developing countries into declaring major parts of their territories as natural preserves that cannot be touched. The United States and Europe cannot be the nannies telling Asian, African and South American countries how to use their national resources. It is naive to believe that this concept can work.

Unintended consequences

Ignoring reason, the European Parliament passed a resolution in April 2017 to promote the reduction of palm oil imports to fight deforestation. It certainly meant well, but the policy is wrongheaded and harmful to Indonesia’s emerging economy.
A long-term, sustainable effect could be achieved by promoting the policies mentioned above and offering access for tropical timber and other products to European markets – at reasonable (not dumping) prices.
It is fascinating how immediately the EU parliamentarians’ “good” intentions triggered a development frustrating the initiative. It happens that Indonesia needs to upgrade its air force with a new generation of fighter planes. Instead of buying American, as in the past, Jakarta is ordering Russian Su-35 fighters and will pay for them with tropical crops, mainly palm oil. This transaction will compensate Indonesia for potential losses in EU markets, and is therefore in its vital interest.
Oops! So, Indonesia will continue exporting palm oil, a necessity for its economy, wellbeing and social stability. Russia secures a needed supply of tropical products, and, additionally, expands the markets for its defense industry. This helps Russia’s economy and its military strength. At the same time, the outcome weakens the effectiveness of the Western sanctions against Russia and underscores the futility of the EU Parliament’s forest preservation policy.
“Feel-good” initiatives should be carefully thought through before implementation, and their effects weighed between the intended and unintended potential consequences.

Read the original article here ->
GIS | Geopolitical Intelligence Services

International Vernon Smith Prize 2017 – Call for Papers!

Vernon Smith Prize 2016 Call for Papers
Does Tolerance become a crime when applied to evil? Vernon Smith Prize 2017.

Call for Papers!

The 10th International Vernon Smith Prize for the Advancement of Austrian Economics is an essay competition sponsored and organized by ECAEF European Center of Austrian Economics Foundation, Vaduz (Principality of Liechtenstein). This years’ topic:


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


|- First Prize EUR 4,000 -|

|- Second Prize EUR 3,000 -|

|- Third Prize EUR 2,000 -|

Advanced by the ‘ends-independent’ market process, free pluralistic societies developed without a shared hierarchy of particular ends. Once we agree on the rules, we need not agree on the goals as markets enable us to disagree peacefully while we pursue our own way. However, to sustain this kind of ’means- but not ‘ends-connected’ society, we must be willing to tolerate differences with others and we have to recognize that our freedom to achieve our ends comes at the cost of allowing others the same, even if we find those ends distasteful.


Does Tolerance become a Crime when applied to Evil?


ECAEF invites papers on this topic which meet the following requirements:

1: Entries may be submitted by individuals of up to 30 years (in 2017).

2: Entries may not exceed 12 pages; 1.5 spacing; left/right margins no less then 1 inch; full bibliography and a 1/2 page summary (abstract) must be included.

3: Entries must be submitted in English in electronic form (PDF) to krl@ecaef.li and must include an abbreviated CV, featuring DoB, education, and current position.

4: Entries must be received on or before November 11, 2017.

5. It is mandatory that all prize winners participate in the award ceremony in Vaduz Prizes are not transferable and will be awarded on the basis of originality, grasp of subject, and the logical consistence of the argument.

Essays will be judged by an international jury and the winners will be invited to present their papers at a special event in Vaduz, Principality of Liechtenstein, in February, 2018. First Prize €4,000 – Second Prize €3,000 – Third Prize €2,000.